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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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II. Abschnitt. Von der Zeit.

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>d vermittelst dieser Anschauung auch alle äußere Anschauungen inder Vorstellungskraft zu befassen, abstrahiren und mithin die Ge-genstände nehmen, so wie sic an sich selbst sein mögen, so ist dieZeit nichts. Sie ist nur von objectiver Gültigkeit in Ansehung der-Erscheinungen, weil dieses schon Dinge sind, die wir als Gegen-stände unserer Sinne annehmen; aber sic ist nicht mehr objcctiv,ivcnn man von der Sinnlichkeit unserer Anschauung, mithin dcrjeni-gm Vorstellungsart, welche uns cigenthümlich ist, abstrahirt undm Dingen überhaupt redet. Die Zeit ist also lediglich eine' subjective Bedingung unserer (menschlichen) Anschauung, (welche.jederzeit sinnlich ist, d. i. so fern wir von Gegenständen afsicirtwerden,) und an sich, außer dem Subjccte, nichts. Nichts destoweniger ist sie in Ansehung aller Erscheinungen, mithin auch allerDinge, die uns in der Erfahrung Vorkommen können, nothwcndi-gcr Weise objcctiv. Wir können nicht sagen: alle Dinge sind inder Zeit, weil bei dem Begriff der Dinge überhaupt von aller Artder Anschauung derselben abstrahirt wird, diese aber die eigentlicheBedingung ist, unter der die Zeit in die Vorstellung der Gegen-stände gehört. Wird nun die Bedingung zum Begriffe hinzugcfügt,und cs heißt: alle Dinge, als Erscheinungen (Gegenstände der sinn-lichen Anschauung), sind in der Zeit, so hat der Grundsatz seinegme objektive Richtigkeit und Allgemeinheit a priori.

Unsere Behauptungen lehren demnach empirische Realitätder Zeit d. i. objcctive Gültigkeit in Ansehung aller Gegenstände, dieWels unseren Sinnen gegeben werden mögen. Und da unsere An-schauung jederzeit sinnlich ist, so kann uns in der Erfahrung niemalsein Gegenstand gegeben werden, der nicht unter die Bedingung derZeit gehörete. Dagegen bestreiten wir der Zeit allen Anspruch aufabsolute Realität, da sic nämlich, auch ohne auf die Form unse-rer sinnlichen Anschauung Rücksicht zu nehmen, schlechthin den Din-gen als Bedingung oder Eigenschaft anhingc. Solche Eigenschaften,die den Dingen an sich zukommen, können uns durch die Sinneauch niemals gegeben werden. Hierin besteht also die transscen-dentale Idealität der Zeit, nach welcher sie, wenn man von den