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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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72 Elcmentarlehre. I. Theil- Transsc. Aesthetik.

der inneren Anschauung vor den Gegenständen, mithin s ^vorgestellt werden.

d) Die Zeit ist nichts Anderes, als die Form des inneren Sin-nes d. i. des Anschaucns unserer selbst und unseres inneren -Zustan-des. Denn die Zeit kann keine Bestimmung äußerer Erscheinungensein; sie gehört weder zu einer Gestalt noch Lage rc., dagegen be-stimmt sie das Verhältnis; der Vorstellungen in unserem inneren Zu-stande. Und eben weil diese innere Anschauung keine Gestalt gichsuchen wir auch diesen Mangel durch Analogien zu ersetzen, undstellen die Zeitfolge durch eine ins Unendliche fortgehende Linie vor,welcher das Mannigfaltige eine Reihe ausmacht, die nur von iumDimension ist, und schließen aus den Eigenschaften dieser Linie ausalle Eigenschaften der Zeit, außer dem einigen, daß die Thcile dercrstcren zugleich, die der letzteren aber jederzeit nach einander sind.Hieraus erhellet auch, daß die Vorstellung der Zeit selbst Anschauung !sei, weil alle ihre Verhältnisse sich an einer äußeren Anschauungausdrücken lassen.

e) Die Zeit ist die formale Bedingung n- priori aller Erschei-nungen überhaupt. Der Raum als die reine Form aller äußeren An-schauung ist als Bedingung a priori blos auf äußere Erscheinungeneingeschränkt. Dagegen weil alle Vorstellungen, sie mögen nunäußere Dinge zum Gegenstände haben oder nicht, doch an sichselbst, als Bestimmungen des Gemüths, zum inneren Zustande ge-hören, dieser innere Zustand aber, unter der formalen Bedingungder inneren Anschauung, mithin der Zeit gehört, so ist die Zeit eineBedingung it priori von aller Erscheinung überhaupt, und zwardie unmittelbare Bedingung der inneren (unserer Seelen) und ebendadurch mittelbar auch der äußeren Erscheinungen. Wenn ichu priori sagen kann: alle äußere Erscheinungen sind im Nameund nach den Verhältnissen des Raumes » priori bestimmt, so kannich aus dem Princip des inneren Sinnes ganz allgemein sagen: alleErscheinungen überhaupt d. i. alle Gegenstände der Sinne sind inder Zeit und stehen nothwendigcr Weise in Verhältnissen der Zeit.

Wenn wir von unserer Art, uns selbst innerlich anzuschauen,