7V Elementarlchre. I. Th. Transsc. Aesthetik.
der Erscheinungen möglich. Diese können insgesammt Wegfallsaber sie selbst (als die allgemeine Bedingung ihrer Möglichkeit)kann nicht aufgehoben werden.
3) Auf diese Nothwendigkeit a priori gründet sich auch dir
Möglichkeit apodiktischer Grundsätze von den Verhältnissen der Uoder Axiomen von der Zeit überhaupt. Sie hat nur Eine Diumsion: verschiedene Zeiten sind nicht zugleich, sondern nach einaudir(so wie verschiedene Räume nicht nach einander, sondern zuMsind). Diese Grundsätze können aus der Erfahrung nicht gezogenwerden, denn diese würde weder strenge Allgemeinheit, noch apo-diktische Gewißheit geben. Wir würden nur sagen können: so lehnes die gemeine Wahrnehmung; nicht aber: so muß es sich verhal-ten. Diese Grundsätze gelten als Regeln, unter denen überhauptErfahrungen möglich sind, und belehren uns von derselben, undnicht durch dieselbe. >
4) Die Zeit ist kein discursiver, oder, wie man ihn nennt,allgemeiner Begriff, sondern eine reine Form der sinnlichen An-schauung. Verschiedene Zeiten sind nur Theile eben derselben Zeit.Die Vorstellung, die nur durch einen einzigen Gegenstand gegebenwerden kann, ist aber Anschauung. Auch würde sich der Satz, bahverschiedene Zeiten nicht zugleich sein können, aus einem allgemei- ^nen Begriff nicht herleitcn lassen. Der Satz ist synthetisch, undkann aus Begriffen allein nicht entspringen. Er ist also in der !Anschauung und Vorstellung der Zeit unmittelbar enthalten. I
5) Die Unendlichkeit der Zeit bedeutet nichts weiter, als daßalle bestimmte Größe der Zeit nur durch Einschränkungen einer ei- ^nigcn zum Grunde liegenden Zeit möglich sei. Daher muß die ur- ^sprüngliche Vorstellung Zeit als uneingeschränkt gegeben sein. Wo- >von aber die Theile selbst und jede Größe eines Gegenstandes nur !durch Einschränkung bestimmt vorgestellt werden können, da mußdie ganze Vorstellung nicht durch Begriffe gegeben sein, (denn dieseenthalten nur Theilvorstellungcn,) sondern cs muß ihnen unmittel-bare Anschauung zum Grunde liegen.