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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
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I. Abschnitt- Von dem Raume.

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tz. 3.

Lranssccndentale Erörterung des Begriffs vom Raume.

Ich verstehe unter einer transscendentalen Erörterung dieErklärung eines Begriffs, als eines Princips, woraus die Mög-lichkeit anderer synthetischer Erkenntnisse a priori eingeschen werdenkeim. Zu dieser Absicht wird erfordert, 1) daß wirklich dergleichenErkenntnisse aus dem gegebenen Begriffe herfließen, 2) daß dieseErkenntnisse nur unter der Voraussetzung einer gegebenen Erkla-ruiigsart dieses Begriffs möglich sind.

Geometrie ist eine Wissenschaft, welche die Eigenschaften desRaumes synthetisch und doch u priori bestimmt. Was muß dieVorstellung des Raumes denn sein, damit eine solche Erkcnntnißvon ihm möglich sei? Er muß ursprünglich Anschauung sein;denn aus einem blosen Begriffe lassen sich keine Sätze, die überden Begriff hinausgehen, ziehen, welches doch in der Geometriegeschieht (Einleitung V.). Aber diese Anschauung muß u priorid. i. vor aller Wahrnehmung eines Gegenstandes in uns ange-troffcn werden, mithin reine, nicht empirische Anschauung sein.Dm» die geometrischen Satze sind insgcsammt apodiktisch d. i.mit dem Bewußtsein ihrer Nothwcndigkeit verbunden, z. K. derRaum hat nur drei Abmessungen; dergleichen Sätze aber können! uicht empirische oder Erfahrungsurtheile sein, noch aus ihnen ge-schlossen werden (Einleit. II.).

! Wie kann nun eine äußere Anschauung dem Gcmüthe bei-1 wohnen, die vor den Objecten selbst vorhcrgeht, und in welcher^ derBegriff der letzteren o priori bestimmt werden kann? Offenbar»icht anders, als so fern sie blos im Subjecte, als die formaleBeschaffenheit desselben, von Objecten afsicirt zu werden und da-durch unmittelbare Borstellung derselben d. i. Anschauungzu bekommen, ihren Sitz hat, also nur als Form des äußerenSinnes überhaupt.

Also macht allein unsere Erklärung die Möglichkeit derGeometrie als einer synthetischen Erkcnntniß a priori begreiflich.Kants. W. II. 5