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Elementarlehre. I. Theil.
Empfindung bezieht, heißt empirisch. Der unbestimmte AgMstand einer empirischen Anschauung heißt Erscheinung.
In der Erscheinung nenne ich das, was der Empfindungcorrespondirt, die Materie derselben, dasjenige aber, welchemacht, daß das Mannigfaltige der Erscheinung in gewissen Ver-hältnissen geordnet werden kann, nenne ich die Form der Erschei-nung. Da das, worinncn sich die Empfindungen allein ordne»und in gewisse Form gestellt werden können, nicht selbst wiederumEmpfindung sein kann, so ist uns zwar die Materie aller Erschei-nung nur s, posteriori gegeben, die Form derselben aber muß zuihnen insgesammt im Gemüthc u priori bereit liegen, und daher»absondert von aller Empfindung können betrachtet werden.
Ich nenne alle Vorstellungen rein (im transscendentalcn Ver- Istände), in denen nichts, was zur Empfindung gehört, angetroffmwird. Demnach wird die reine Form sinnlicher Anschauungen über-haupt im Gemüthe u priori angetroffen werden, worinnen allesMannigfaltige der Erscheinungen in gewissen Verhältnissen ange-schauet wird. Diese reine Form der Sinnlichkeit wird auch selber !reine Anschauung heißen. So, wenn ich von der Borstellung ^
eines Körpers das, was der Verstand davon denkt, als Substanz, !
Kraft, Theilbarkeit rc., imgleichen, was davon zur Empfindung !gehört, als Undurchdringlichkeit, Härte, Farbe rc. absondere, so 'bleibt mir aus dieser empirischen Anschauung noch etwas übrig,nämlich Ausdehnung und Gestalt. Diese gehören zur reinen An-schauung, die i» priori, auch ohne einen wirklichen Gegenstand duSinne oder Empfindung, als eine blose Form der Sinnlichkeitim Gemüthe Statt findet.
Eine Wissenschaft von allen Principien der Sinnlichkeit »priori nenne ich die transscendentale Aesthetik*). Es muß
*) Die Deutschen sind die einzigen, welche sich jetzt des Worts Aesthetikbedienen, um dadurch das zu bezeichnen, was Andere Kritik des Geschmacksheißen. Es liegt hier eine verfehlte Hoffnung zum Grunde, die der vortreff-liche Analyst Baumgartcn faßte, die kritische Beurtheilung des Schönen unterVcrnunstprincipien zu bringen und die Regeln derselben zur Wissenschaft zu