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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
Seite
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Einleitung.

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Erkenntnisse s priori enthalten sein, und es ist ihr gar nichtdarum zu thun, Begriffe, die wir uns a priori von Dingen machen,blos zu zergliedern und dadurch analytisch zu erläutern, sondern wirwollen unsere Erkenntniß a priori erweitern, wozu wir uns solcherGrundsätze bedienen müssen, die über den gegebenen Begriff etwasHinzuthun, was in ihm nicht enthalten war, und durch synthetischeAhcile n priori wohl gar so weit hinausgehcn, daß uns die Erfah-mg selbst nicht so weit folgen kann, z.B. in dem Satze: die Welt mußmm ersten Anfang haben u. a. m., und so besteht Metaphysik wenig-stens ihrem Zwecke nach aus lauter synthetischen Sätzen » priori.

VI

Allgemeine Aufgabe der reinen Verminst.

Man gewinnt dadurch schon sehr viel, wenn man eine Mengevon Untersuchungen unter die Formel einer einzigen Aufgabe bringenkann. Denn dadurch erleichtert man sich nicht allein selbst sein eige-nes Geschäfte, indem man es sich genau bestimmt, sondern auch jedemAnderen, der es prüfen will, das Urtheil, ob wir unserem Vorhabenein Genüge gethan haben oder nicht. Die eigentliche Aufgabe derreinen Vernunft ist nun in der Frage enthalten: Wie sind syn-thetische Urthcile a priori möglich?

Daß die Metaphysik bisher in einem so schwankenden Zustandeder Ungewißheit und Widersprüche geblieben ist, ist lediglich der Ur-sache zuzuschreiben, daß man sich diese Aufgabe und vielleicht sogarden Unterschied der analytischen und synthetischen Urtheilcnicht früher in die Gedanken kommen ließ. Auf der Auflösung die-ser Aufgabe oder einem gcnugthuenden Beweise, daß die Möglich-keit, die sie erklärt zu wissen verlangt, in der Thal gar nicht Stattfinde, beruht nun das Stehen und Fallen der Metaphysik. DavidHume, der dieser Aufgabe unter allen Philosophen noch am näch-sten trat, sie aber sich bei weitem nicht bestimmt genug und in ihrerAllgemeinheit dachte, sondern blos bei dem synthetischen Satze derVerknüpfung der Wirkung mit ihren Ursachen (prinvipimn vmis»-litstis) stehen blieb, glaubte heraus zu bringen, daß ein solcher SatzKant s. W. il. 4