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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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20
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Vorrede

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Experiment einer Gegenprobe der Wahrheit des Resultats jm»ersten Würdigung unserer Vernunfterkcnntniß a priori, daß sstnämlich nur auf Erscheinungen gehe, die Sache an sich selbstdagegen zwar als für sich wirklich, aber von uns unerkannt liegenlasse. Denn das, was uns nothwendig über die Grenze der Er-fahrung und aller Erscheinungen hinaus zu gehen treibt, ist daZUnbedingte, welches die Vernunft in den Dingen an sich selbstnothwendig und mit allem Recht zu allem Bedingten, und dadurchdie Reihe der Bedingungen als vollendet verlangt. Findet sichnun, wenn man annimmt, unsere Erfahrungserkenntniß richte sichnach den Gegenständen als Dingen an sich selbst, daß das Unbe-dingte ohne Widerspruch gar nicht gedacht werden könne;dagegen, wenn man annimmt, unsere Vorstellung der Dinge, wiesie uns gegeben werden, richte sich nicht nach diesen, als Dingen ansich selbst, sondern diese Gegenstände vielmehr, als Erscheinungen,richten sich nach unserer Vorstellungsart, der Widerspruch weg-falle; und daß folglich das Unbedingte nicht an Dingen, so fernwir sie kennen (sie uns gegeben werden), wohl aber an ihnen,so fern wir sie nicht kennen, als Sachen an sich selbst, angetroffenwerden müsse: so zeigt sich, daß, was wir Anfangs nur zumVersuche annahmen, gegründet sei *). Nun bleibt uns immernoch übrig, nachdem der spekulativen Vernunft alles Fortkommenin diesem Felde des Uebersinnlichen abgesprochen worden, zu ver-suchen, ob sie nicht in ihrer praktischen Erkenntniß Data sind!,jenen transsccndenten Vernunftbegriff des Unbedingten zu bestimmen,und auf solche Weise, dem Wunsche der Metaphysik gemäß, über

*) Dieses Experiment der reinen Vernunft hat mit dem der Chymiker,welches sie mannichmal den Versuch der Reduktion, im Allgemeine» aberdas synthetische Verfahren nennen, viel Achnlichcs. Die Analysisdes Mctaphysikcrs schied die reine Erkenntniß » priori in zwei sehrungleichartige Elemente, nämlich die der Dinge als Erscheinungen, und dannder Dinge an sich selbst. Die Dialektik verbindet beide wiederum zurEinhelligkeit mit der nothwendigen Vcrnunftidcc des Unbedingtenund findet, daß diese Einhelligkeit niemals anders, als durch jene Unter-scheidung hcrauskommc, welche also die wahre ist.