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Vorrede
lassen müsse; denn sonst hängen zufällige, nach keinem vorherentworfenen Plane gemachte Beobachtungen gar nicht in einen,nothwendigcn Gesetze zusammen, welches doch die Vernunft such,und bedarf. Die Vernunft muß mit ihren Principien, nach denenallein übereinkommende Erscheinungen für Gesetze gelten können,in einer Hand, und mit dem Experiment, das sie nach jenen aus-dachte, in der anderen an die Natur gehen, zwar um von ihrbelehrt zu werden, aber nicht in der Qualität eines Schülers, dersich Alles vorsagen läßt, was der Lehrer will, sondern eines be-stallten Richters, der die Zeugen nöthigt auf die Fragen zu ant-worten, die er ihnen vorlegt. Und so hat sogar Physik die sovortheilhafte Revolution ihrer Denkart lediglich dem Einfalle zuverdanken, demjenigen, was die Vernunft selbst in die Natur hin-einlegt, gemäß dasjenige in ihr zu suchen (nicht ihr anzudichtm),was sie von dieser lernen muß und wovon sie für sich selbst nichtswissen würde. Hiedurch ist die Naturwissenschaft allererst m densicheren Gang einer Wissenschaft gebracht worden, da sie so vielJahrhunderte durch nichts weiter als ein bloses Herumtayyengewesen war.
Der Metaphysik, einer ganz isolirten spekulativen Ber-nunfterkenntniß, die sich gänzlich über Erfahrungsbelehrung erhebt,und zwar durch blose Begriffe (nicht wie Mathematik durch An-wendung derselben auf Anschauung), wo also Vernunft selbst ihreigener Schüler sein soll, ist das Schicksal bisher noch so günstignicht gewesen, daß sie den sicheren Gang einer Wissenschaft ein-zuschlagen vermocht hätte; ob sie gleich älter ist, als alles klebrige,und bleiben würde, wenn gleich die übrigen insgesammt in demSchlunde einer Alles vertilgenden Barbarei gänzlich verschlungenwerden sollten. Denn in ihr geräth die Vernunft continuirlich inStecken, selbst wenn sie diejenigen Gesetze, welche die gemeinsteErfahrung bestätigt (wie sie sich anmaßt), u priori einsehen will.In ihr muß man unzähligemal den Weg zurück thun, weil manfindet, daß er dahin nicht führt, wo man hin will; und was dieEinhelligkeit ihrer Anhänger in Behauptungen betrifft, so ist ste