zur zweiten Ausgabe.
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Weges bewirkt wurde, den Mathematikern äußerst wichtig geschienenhaben müsse und dadurch unvergeßlich geworden sei. Dem ersten,der den gleichseitigen Triangel demonstrirte (er mag nunThalcs oder wie man will geheißen haben), dem ging ein Lichta„f; denn er fand, daß er nicht dem, was er in der Figur sähe,oder auch dem blosen Begriffe derselben nachspürcn und gleichsamdavon ihre Eigenschaften ablernen, sondern durch das, was ernacb Begriffen selbst a priori hineindachte und darstellte (durchConstruction), Hervorbringen müsse, und daß er, um sicher etwass priori zu wissen, der Sache nichts beilegen müsse, als was ausdem nothwendig folgte, was er seinem Begriffe gemäß selbst insie gelegt hat.
Mit der Naturwissenschaft ging es weit langsamer zu, bissie den Heeresweg der Wissenschaft traf; denn es sind nur etwaanderthalb Jahrhunderte, daß der Vorschlag des sinnreichen Bacovon Berulam die Entdeckung theils veranlaßte, theils, da manbereits auf der Spur derselben war, mehr belebte, welche ebensowohl durch eine schnell vorgegangene Revolution der Denkarterklärt werden kann. Ich will hier nur die Naturwissenschaft, so fernsie auf empirische Principicn gegründet ist, in Erwägung ziehen.
Als Galilei seine Kugeln die schiefe Fläche mit einer vonihm selbst gewählten Schwere Herabrollen, oder Torricelli dieLust ein Gewicht, was er sich zum Voraus dem einer ihm be-kannten Wassersäule gleich gedacht hatte, tragen ließ, oder in nochspäterer Zeit Stahl Metalle in Kalk und diesen wiederum inMetall verwandelte, indem er ihnen etwas entzog und wiedergab*),so ging allen Naturforschern ein Licht auf. Sie begriffen, daßdie Vernunft nur das einsieht, was sie selbst nach ihrem Entwürfehervorbringt, daß sie mit Principicn ihrer Urtheile nach beständigenGesetzen vorangehen und die Natur nöthigen müsse auf ihre Fragenzu antworten, nicht aber sich allein gleichsam am Leitbande gängeln
*) Ich folge hier nicht genau dem Faden der Geschichte der Experimental-mühode, deren erste Anfänge auch nicht wohl bekannt sind.