Vorrede zur zw. A.
I»
Einbildungskraft, dem Witze), thcils metaphysische über den Ur-sprung der Erkenntniß oder der verschiedenen Art der Gewißheit nachVerschiedenheit der Objecte (dem Idealismus, Skeptizismus u. s. w.)Heils anthropologische von Vorurtheilen (den Ursachen derselbenM Gegenmitteln) hincinschobcn, so rührt dieses von ihrer Unkundeder eigenthümlichen Natur dieser Wissenschaft her. Es ist nicht Ver-mehrung, sondern Verunstaltung der Wissenschaften, wenn man ihreGrenzen in einander laufen läßt; die Grenze der Logik aber ist da-durch ganz genau bestimmt, daß sie eine Wissenschaft ist, welchenichts als die formalen Regeln alles Denkens (es mag a priori«der empirisch sein, einen Ursprung oder Object haben, welches esMe, in unserem Gemüthe zufällige oder natürliche HindernisseMessen) ausführlich darlegt und strenge beweiset.
Daß es der Logik so gut gelungen ist, diesen Vortheil hat sieblvs ihrer Eingeschränktheit zu verdanken, dadurch sie berechtigt, jambunden ist, von allen Objecten der Erkcnntmß und ihrem Unter-schiede zu abstrahiren, und in ihr also der Verstand es mit nichtsmiter, als mit sich selbst und seiner Form zu thun hat. Weitschwerer mußte es natürlicher Weise für die Vernunft sein, densicheren Weg der Wissenschaft cinzuschlagen, wenn sie nicht blos mitsich selbst, sondern auch mit Objecten zu schaffen hat; daher jeneauch als Propädeutik gleichsam nur den Vorhof der Wissenschaftenausmacht, und wenn von Kenntnissen die Rede ist, man zwar eineLogik zu Beurtheilung derselben voraussetzt, aber die Erwerbung der-selben in eigentlich und objectiv so genannten Wissenschaften suchenmuß.
So fern in diesen nun Vernunft sein soll, so muß darineiwas a priori erkannt werden, und ihre Erkenntniß kann ausDerlei Art auf ihren Gegenstand bezogen werden, entweder diesen»»d seinen Begriff (der anderweitig gegeben werden muß) blos zuWurmen, oder ihn auch wirklich zu machen. Die erste isttheoretische, die andere praktische Erkenntniß der Vernunft.Bon beiden muß der reine Theil, so viel oder so wenig er auchenthalten mag, nämlich derjenige, darin Vernunft gänzlich a priori