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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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Vorrede

zur zweiten Ausgabe vom Jahre 1787.

Ab die Bearbeitung der Erkenntnisse, die zum Vernunftge-schäfte gehören, den sicheren Gang einer Wissenschaft gehe oder nichi,das laßt sich bald aus dem Erfolg beurthcilcn. Wenn sie nach vielgemachten Anstalten und Zulüftungen, so bald es zum Zwecke kommt,in Stecken gcräth, oder, um diesen zu erreichen, öfters wieder zurück-gehen und einen andern Weg einschlagcn muß; ungleichen wenn eSnicht möglich ist, die verschiedenen Mitarbeiter in der Art, wie diegemeinschaftliche Absicht verfolgt werden soll, einhellig zu machen: sokann man immer überzeugt sein, daß ein solches Studium bei Weitemnoch nicht den sicheren Gang einer Wissenschaft eingcschlagen, sondernein bloses Herumtappcn sei, und es ist schon ein Verdienst um dieVernunft diesen Weg wo möglich ausfindig zu machen, sollte auchManches als vergeblich aufgcgebcn werden müssen, was in dem ohneUebcrlegung vorher genommenen Zwecke enthalten war.

Daß die Logik diesen sicheren Gang schon von den ältestenZeiten her gegangen sei, läßt sich daraus ersehen, daß sie seit demAristoteles keinen Schritt rückwärts hat thun dürfen, wenn manihr nicht etwa die Wegschaffung einiger entbehrlichen Subtilitaten,oder deutlichere Bestimmung des Vorgetragenen als Verbesserungenanrechnen will, welches aber mehr zur Eleganz, als zur Sicherheitder Wissenschaft gehört. Merkwürdig ist noch an ihr, daß sie auchbis jetzt keinen Schritt vorwärts hat thun können, und also allemAnsehen nach geschlossen und vollendet zu sein scheint. Denn, wenneinige Neuere sie dadurch zu erweitern dachten, daß sie theils psy-chologische Kapitel von den verschiedenen Erkenntnißkräftcn (der