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2 (1838) Immanuel Kant's Kritik der reinen Vernunft
Entstehung
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zur ersten Ausgabe.

S

dkruiig der Schulsprache in einem populären Tone unkenntlich zu,nachm gedenken, wofern sie nur überall etwas denken, in metaphy-sische Behauptungen unvermeidlich zurück, gegen die sie doch so vielVerachtung Vorgaben. Indessen ist diese Gleichgültigkeit, die sichMm in dein Flor aller Wissenschaften ereignet und gerade diejenigeIrW, auf deren Kenntnisse, wenn dergleichen zu haben wären, manMer allen am wenigsten Verzicht thun würde, doch ein Phänomen,das Aufmerksamkeit und Nachsinnen verdient. Sie ist offenbar dieWirkung nicht des Leichtsinnes, sondern der gereiften Urthcils-krafss) des Zeitalters, welches sich reicht länger durch SchcinwissenHinhalten laßt und eine Aufforderung an die Vernunft, das beschwer-lichste aller ihrer Geschäfte, nämlich das der Selbsterkenntnis! aufsNeue zu übernehmen und einen Gerichtshof einzusetzen, der sie beiihren gerechten Ansprüchen sichere, dagegen aber alle grundlose An-maßungen, nicht durch Machtsprüche, sondern nach ihren ewigen undumvandelbaren Gesetzen abfcrtigcn könne und dieser ist kein andererals die Kritik der reinen Vernunft selbst.

Ich verstehe aber hierunter nicht eine Kritik der Bücher undSysteme, sondern die des Vernunftvermögens überhaupt, in Ansehungaller Erkenntnisse, zu denen sie, unabhängig von aller Erfah-rung, streben mag, mithin die Entscheidung der Möglichkeit oderUnmöglichkeit einer Metaphysik überhaupt und die Bestimmung so-

si Man ho« hin und wieder Klage» über Seichtigkeit der Denkungsart»Heer Zeit und den Verfall gründlicher Wissenschaft. Allein ich sehe nicht,laß die, deren Grund gut gelegt ist, als Mathematik, Naturlehre u. s. w. die-se» Vorwurf im Mindesten verdienen, sonder» vielmehr de» alten Ruhm derGründlichkeit behaupten, in der letzteren aber sogar übertreffcn. Eben derselbeEH würde sich nun auch in anderen Arten von Erkenntniß wirksam bewei-st», wäre nur allererst für die Berichtigung ihrer Principieu gesorgt worden.ÄErmangelung derselben sind Gleichgültigkeit und Zweifel und endlich strengelirilik vielmehr Beweise einer gründlichen Denkungsart. Unser Zeitalter istdai eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich Alles unterwerfen musst Reli-gio», durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung, durch ihre Majestätwollt» sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdann erregen siegerechtenVerdacht wider sich, und könne» auf unverstellte Achtling nicht Anspruch ma-che», die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie And öffentlichePrüsilng hat aushalten können, j