238 Stroit ber Sucultatcn. 1. 3fbfd)nitt.
jagen wellen, baß wir Uri"acl;c haben ju glauben, ©hriftuS lebenoch unb unfer ©laube fei eitel, wenn fclbfi ein fo oollfommncr50ienfd> nicht nach bem (leiblichen) £obc leben füllte, welcher ©taube,ben iljm (wie allen 5Dlcnfd;cn) bie SSernunft eingab, ihn jum hifto:rifchen ©lauben an eine öffentliche Sache bewog, bie er treuherzigfür wal;r annahm unb fte gunt SBcmciSgrunbe eines moralifd)en©laubenS beS fünftigen ßebenS brauchte, ohne inne jit werben, bafer felbjt biefer Sage ohne ben lederen fd)wcrlich würbe ©laubenbei^emeffen h^eit. Sie moralifdtjc 2TbftdEjt würbe Riebet erteilt,wenngleich bie SSorftellungSart baS ÜÖlcrfmal ber Schulbegriffe anfiel; trug, in benen er war erjogen worben. — UebrigcnS ftct)cnjener Sache wichtige ©inwürfe entgegen: bie ©infehung beS 3£bcnb=mal;l§ (einer traurigen Unterhaltung) jum Slnbenfcn an ihn, fiefteinem förmlichen 2lbfd)ieb (nicht bloS aufs batbige SCBicberfchen)ähnlich. Sie flagenben SBorte am Äreuj brüefen eine fehlgcfdjla--gene HCbftcht auS, (bie 3ubcn noch bei feinem geben jur wahrenSleligion ju bringen,) ba doch eljcr baS grohfein über eine oolljc;gelte 2Cbftcht höUe erwartet werben füllen, ©nblid; ber 2lu$brudber Süngcr bei bem SufaS: „wir badeten, er fülle SfracI crlöfen",läßt auch nicht abnehmen, baß fic auf ein in brei Sagen erwartetes2Bicberfel)cn vorbereitet waren, nod) weniger, baß ihnen non feiner‘■tfuferftebung etwas ju Shren gefommen fei. — 2lber warumfüllten wir wegen einer ©efchichtSerjählung, bie wir immer an ihrenSrt (unter bie 3(biaph°ra) geffellt fein laffcn füllen, und in fooiclgelehrte Unferfud;ungen unb Streitigfeiten verflechten, wenn cS umReligion ju thun ijt, ju welcher ber ©laube in praftifd;cr SScjic;l;ung, ben bie SSernunft unS einfloßt, fd;on für ftch t>tnueid;cnb ijt.
b) Sn ber Auslegung ber ©d;riftffeilen, tn weld;cm ber 2fuSsbrud unferent SSernunftbcgriff üon ber göttlichen 9latur unb feinemSBillen wiberflreitet, höben biblifdje Sheologen ftch Itüngft jur Siegelgemacht, baß, waS menfchlid;erweife (üvß-Qoinoxad-öq) atiSgc-brüeft ift, nadh einem gottwürbigen Sinne ( ßeoTXQETuZ^) müffeaufgelegt werben; woburd; fie bann ganj beutlid; baS SSefennt--niß ablcgten, bie SSernunft fei in 9teligion§fad)en bie oberfte 21 h?'