Druckschrift 
10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
Seite
472
Einzelbild herunterladen
 

472

Geschichte der Juden.

Chajon faktisch nicht im Stande, eine Klaus in Palästina zu gründen, sonderntrat bald darauf seine Bettelfahrt an, höchst wahrscheinlich weil ihm seine ehe-maligen Gönner in Smyrna die Unterstützung entzogen hatten.

3) Chajons Bettelfahrten. Seine Anfechtung von Seiten des Jeru-salemer Collegiums spielte im Jahre 1708, und vielleicht schon im Herbst 1709war er bereits in Egypten, wie sein Bericht lautet. 1710 war er wieder inLivorno, wie Joseph Ergas berichtet, der bei ihm die berüchtigte SchriftLlsUsuruuiiu gesehen und als sabbatianisch erkannt hat ( 2 , 1 : iri, p>. 32a):«'mm . . . ivp^p« ni.ii7 iw7.ii (un,-7) n«i.i 1'p7 .mn (p'l) venn «2 p".i i»2'N 2 V non 12 '« 2111.1 «112 1 . 11 « ' 112.1 «721 « 1 n 2 ' .1 2 222 MNP ne.'« . . 1122 n«»or (s. o. S. 437). In demselben Jahre war er auch in Venedig, wie späterder erste Rabbiner dieser Stadt Jakob Aboab bezeugt (in der Briefsamm-lung contra. Chajon 'i7 2111 i2i7>2): innvn n«m ipi 2 « ne?« p'i «"n 'nso 7p

NN'.N 127:2 1'121 11111 1227 PP22 2'11222 12« 1P22 UP22 12«21 2'»' 1122 22P171

. . . 2>2ii2 nn« '2 2211 12p iip'27 ii«i . . . 12 p 1-121 «7 nenn 1:22 upm 121 P 21'121 7pi I'ii2i7i 7p 1>11« 2U712 2P1 12« «III'I «IN 222.

Dieses kleine Buch L-a-ia. äi ölictnräs. hat Chajon erst nach seinemAbzug von Venedig drucken lassen (zwischen 9. Tebet und 1. Adar 547131. Dec. 1710 und 20. Febr. 1711). Die Approbation dieses Schriftchens vondrei Rabbinern: Salomo Nizza, (David b.j Sal. Altaras und Raphaelde Silva ist nämlich 9. Tebet 5471 ausgestellt. Beim später erfolgten Verhörhaben diese Drei ihre Approbation zu diesem Schriftchen nicht ganz in Ab-rede stellen könne»; nur ihre Haslrawa, zu dem Werke 2'i7«7 i,p (wovonweiter) haben sie als Fälschung erklärt: i 2 ' 2 > >221 i7p>2 ur7 i,rn7 . . . i:u «7. . . 1I1 ioa.1 .iip '>« (2U211 .1272 ' 22 ) 2.1'22 Pi227i 2'2i2i 2p ii)«i i'772i«7 27,P22 112«1 Up «i7i 21>22I 1«121 7p «Ml 1P22 1221.1271 2122112 12'221 1'«I1222.1.1 1211 «7l («721 «1172112 2P 2'21P1 21p 1'2 ,2'l7«7 11p) l77.1 2'122.1 1«1

.' 12 , .121.112 «'.1 121122 '«1121 1irp2 1«1 «7 2P22 («lll'l «II) ;I2P1 122 . 1:2 2:1 N«I1

Die genannten drei Unterrabbiner Venedigs haben demnach auf Grund eineskurzen Einblicks in das Schriftchen DsL». es approbirt. Bemerken wirgleich im Eingänge, daß Chajon keineswegs als Sendbote der JerusalemerGemeinde für Spenden herumgereist ist, wie Surenhuys berichtet (in einemBriefe bei Wolf III, x. 629): IZbsruru curu anno 1713 ssclssis. Hisrosolguui-bs.ua. IsZsburu snnrn HsUsinis.in OUis Olriou g.ä orss nostras ruisissstslsoruosz-uss colliMuäi Zrabis, xront siuZuIo Isrs trisnnio Usri solstAus einem italienischen Briefe ä. ä. 1713 (^Is. Halberst. L., Bl. 3) geht hervordaß er einfach als Bettler umherreiste: (jusl ;i'i, clis äicono Iscs sbsiupsrsin sZsr1i.no sb tu. o;ui, s pisrclis connodlii 1s sus sbrsus oxiuiouinon 1s lio voluto in csss, ns li Iscs äsrs cka.1 1211 p i7.ip, Quants ricsr-ssvs, solo 11 puro disoMo cksll' slimsubo, xsr i^uslli pocln Ziorni sitwstisus c;ui sbo. Er halte indeß, wie sich zeigen wird, einen Famulus ( 1122 )bei sich. Er hielt sich in mehreren Städten Italiens auf, ohne besonderen An-klang zu finden, da die Rabbiner dieses Landes, als dem Orient näher, mehrvon seinen anrüchigen Antecedentien wußten.

Auffallend ist es, daß ihm das Schriftchen «mm «n keine Anfechtungenin Italien zugezogen hat, obwohl es ganz dieselbe Ketzerei enthält, wie diespäter erschienene Schrift, welche soviel Rumor gemacht hat. Es läßt sich nuraus dem dummen Respekt der meisten damaligen Rabbiner vor Allem, waseinen kabbalistischen Anstrich hatte, erklären. Wie Chajon selbst erklärt, hatteer bei Abfassung desselben den Zweck, für den Kreis der Sabbatianer eine