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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

allerdings (a. a. O.), daß sie meistens geachtete reiche Kaufleute waren, denenman nichts Böses nachsagte; aber das war ein Jahrhundert später. Ihrschlimmer Ruf kann von zwei Momenten herrühren. 1) Sie schätzten, wieNisbuhr berichtet,das hohe Lied höher als die Bücher Mose's undden Koran." Das ist leicht erklärlich, weil dieses erotisch-mystisch auslegbareBuch für die kabbalistische Theorie, welche die gradweise Emanation der Gott-heit und die Rückkehr der Wesen in ihren Urgrund blasphemirend als Be-gattung und Verbindung (r>Ppai am) Gezeichnete, scheinbar biblische Belegebietet. Dieses Handhaben und Umstchwerfen mit erotischen Termen und Versenstempelte diese Sekte zu einer die Keuschheitsgesetze mißachtenden. 2) In derWahl der Ehefrauen und in der Ehescheidung ließen sich die Sabbatianer, nachder lurjanischen Theorie, von der mystischen Seelenharmonie und Disharmonieoder Wahlverwandtschaft leiten, und um so mehr die Donmähs, welche sich andie jüdischen Gesetze nicht mehr banden. Nach außen mag es daher ausgesehenhaben, daß sie unter einander die Ehefrauen wechselten. Indessen mögensie im Hasse gegen das rabbinische Judenthum manches Ehegesetzliche geradezuaus Trotz und Widerspruch übertreten haben.

IV. Die polnischen Sabbatianer Jehuda Chaßid und Chajjim Malach.

Die Entstehung und Entwicklung der polnischen Sabbatianer ist für diejüdische Geschichte von besonderer Bedeutung, weil durch sie die Kabbala zuihrer letzten Konsequenz, zum fanatischen Antagonismus gegen den Talmudund zur Einmündung ins Christenthum geführt wurde. Als die Väter dieserRichtung sind Jehuda Chaßid und Chajjim Malach zu betrachten. Beidegehören zusammen, obwohl der Erstcre nicht geradezu als Sabbatianer be-zeichnet wird. Von ihrem ersten Auftreten berichtet Emden (1. L. x. 26 b.27 s.): i>p ll'.-onnv o-Qi ivpo- ... i- on .i-li.n' iv- v-i-on wz>

n'L-v mr.-ib Diesesonderbaren Dinge", welche die Sekte der

Chaßidäer unter Jehuda Chaßid trieb, bestanden in strengster Askese,in lang anhaltendem Fasten, Beten und Bußepredigten, weil dasMessiasreich nahe sei, und durch die Büßungen die letzten Hindernisse hinweg-geräumt werden könnten. Diese Eigenheiten erinnern an Mardochar vonEisenstadt, der zuletzt in Polen war. In Polen ließ man sie Anfangs ge-währen, bis Saul b. Heschel aus Krakau den Klausrabbiner Chacham Zewiin Altona anfragts, und dieser ihm die Verderblichkeit der messtanischenSchwärmerei schilderte; erst dann begann jener sie in Polen zu verfolgen:. . . pst°> pina . . osim (nptwpl i"rn imll- '">)

ip mo or . . . Daß auch Chajjim Malach dazu gehört hat,deutet Emden an, indem sein Vater Chacham Zewi vor dessen Treiben ammeisten gewarnt hat: o.-riw pnn« . . . xvi quinre, '-w o:n) ib -mal(r"-e> 't>pa nw); auch in einer anderen Wendung: die Chaßidäer beklagten sichüber Chacham Zewi, daß er sie verleumdet habe und besonders Chajjim Malachpan pi qnaial^) zni« 'i bp a.-wo> .-mumm. Emden berichtet: Jeh udaChaßid' sei kein Talmudkundiger gewesen: >n'>n n"-i, dagegen habe

Chajjim Malach als ein Talmudist gegolten: w mua n^na (v"n) n'.nv .

si Daraus dürfte sich ergeben, daß Emden's (a. a. O.) Erklärung: Chajjimhabe den Beinamen Malach erhalten, weil er nach der Türkei zu den Sabba-tianern gewandert sei, etwa gleich -si.ma, nicht richtig ist; denn wir sehen, daßer schon Anfangs in Polen den Namen führte.