Note 4.
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4.
Da» apostolische Zeitalter nach Sabbatai Zewi.
In dem Jahrhundert, welches zwischen Sabbatai's Apostasie und Frank'sMystification liegt, trat eine ganze Reihe sabbatianischer Schildträger auf, diesich bald als seine Apostel, bald als selbständige, aber jedenfalls von ihmressortirende Messiasse auSzaben. Einige derselben sind bisher nur dem Namennach bekannt geworden, andere sind ganz unbekannt geblieben. Es ist mirgelungen, durch Einsicht in selten gewordene gedruckte Quellen und in hand-schriftliche Nachrichten ein Bild von diesem unsauberen Treiben, von dem manbisher keine Ahnung hatte, zu erhalten. Hier will ich quellenmäßige Rechen-schaft davon geben. Die Hauptträger des apostolischen Zeitalters sind: Car-doso, Mardochar Mochiach, Daniel Israel, Jacob Querido,Chajim Malach, Chajon und Löbele Prosnitz.
I. Abraham Miguel Cardoso.
Sasportas hat auch über Cardoso eine authentische Relation hinterlassen;die Editoren des '22 i> 2 u ri 2 >ü haben jedoch das darauf Bezügliche weggelassen(vergl. ^.ir<Ü 8 o.f>ds.b, p. 40 ft. 47 a). So ist in den gedruckten Quellen nurwenig über ihn enthalten. Cardoso ist aber ein sehr wichtiges Mittelgliedzwischen Sabbatai und den Späteren; seine kabbalistische oder theosophischsTheorie hat bei den offenen und verkappten Sabbatianern Glück gemacht.Selbst Eibeschütz hat sie gekannt und benutzt (s. weiter Note 7). Cardoso'sSchriften geben erst das rechte Verständniß für das Treiben der Sabbatianer.Ich war so glücklich, durch Gefälligkeit litterarischer Freunde in den Besitz vonSchriften zu gelangen, die von Cardoso stammen oder gegen ihn gerichtet sind,wodurch sich — mit Hülfe einiger Combinationen — seine Biographie undseine Theorie zusammenstellen lassen. Cardoso hat sehr viel zusammengeschrieben,und ich werde weiter unten ein Verzeichniß seiner Schriften geben; aber essind fast alle, soviel ich ihrer gesehen, Wiederholungen eines und desselbenThemas und daher von geringem Interesse. Die für seine Biographie wichtigenSchriften sind:
1 ) Cardoso's Sendschreiben (in Ms. Halbst. 21. Bl. 113 — 11 g, s. o.
S. 422 4 II); es ist unterschrieben: iimup oi 2 u ' 1122 » niru
i".i)i. Wie sich weiter zeigen wird, ist es an seinen Bruder Isaak (Fernando)Cardoso, Arzt und Philosoph in Verona, gerichtet.
2 ) Sein Sendschreiben an das Nabbinat von Smyrna im Jahre 1608,
Perikope inftpiw. — zw. 10—15. 8 irvan, an .iuio''i meuew >i 21.1
7121 o.iiou h .iLle: 'i und i 2 iu 'i prw« 'i gerichtet. (Ms. Halbst. Anfang). Esist zwar das. anonym (nämlich am Ende defekt), aber es hat denselben Ge-dankengang wie das Vorige und ist in der folgenden Quelle ausdrücklich alsvon Cardoso stammend ermähnt.
3) Eine gegen Cardoso gerichtete polemische Schrift, unter dem Titeleip rw'-m i°>c> (Ais. Halbst. L. Bl. —59 defekt am Ende, vollständig in derGünzburgischen Sammlung). Diese Schrift enthält sehr viel Biographisches;das Titelblatt sieht aus, als wenn sie gedruckt wäre. Es lautet: e-ip rw'is 'o
... '1' 2ift.iu2 N1N 'LUN 2MU.11 llL',1 21212 UM'
o.lftp 11"1 '1"2P1 NIL' 1:2 NU ;L^)L qilln U'NIU 21 N'lp — d. h. gedruckt
in Const. 1707, ein Jahr nach Cardoso's Tod. Der Verf. war Elia Kohen;
Graetz, Geschichte der Juden. X. 29