Note 3.
435
seiner Ueberhebung. Benveniste zeigte einen Brief des Constantmopler Rabbiners,man beschloß ihn zu tödten; aber es fand sich keine Hand dafür. S. Z. ver-klagte seine Gegner beim Kadi, daß sie ehrenrührig gegen den König gesprochen(meint zweideutig sich), kam mit Frauen zusammen und auch mit seinen frühergeschiedenen Frauen, saß an ihrer Seite (was rabbinisch verboten ist), bemühtesich überhaupt um die Gunst der Frauen, sang aus Psalm 45: LwhL rma.
redete sie bedauernd an, daß sie durch Adams Sünde Schmerzen undUnterwürfigkeit unter das männliche Geschlecht erdulden müssen, er sei ge-kommen, diese Sünde zu tilgen und die Frauen zu befreien <x. 26 — 39).Auf denselben Tag, auf Freitag, setzt Coenen S. Zewi's Gewaltslreiche gegen denreichen Khaim Pegna, der sein Widersacher war, was fast alle Quellen be-richten. Er rief seine Anhänger unter dem Gesindel auf, jenen zu verfolgen,ließ Steine auf ihn werfen und, da jener sich in die Synagoge gerettet hatte,forderte er den Vorstand auf, ihn hinaus zu jagen. Den Widerstand will erdurch 500 Begleiter, die mit Beilen bewaffnet, und durch Erbrechen der Syna-gogen-Pforle beim Eintritt des Sabbatabends besiegen. Er steigt auf dieKanzel, kanzelt die Juden wegen ihrer Halsstarrigkeit ab, auch wegen dessen,was sie an Jesus gethan haben. „Was hat Jesus, der Nazarener, gethan,daß eure Vorfahren ihn so mißhandelt haben? Ich denke daran, ihn unterdie Propheten zu stellen." Er donnerte gegen vier Rabbiner nach dem Textder vier namhaft gemachten unreinen Thiere im Pentateuch mit Anwendungdes vieldeutigen hebr. Wortes hvr (was in der hebr. Quelle bei Emden x. 4 vdeutlicher gegeben ist), und sang das spanische Liebeslied (o. S. 426). Dasalles am 8. Tebet, als am Freitag Abend (das. p>. 33 — 37). Tags darauf am9. Tebet entsetzte er Lapapa des Rabbinats und wählte dafür den ihn an-erkennenden Benveniste. Prophetisches Entzücken der Kinder, und auch dieTöchter seines Hauptgegners Chajim P. prophezeien, wodurch sich auch ihrVater zu ihm bekehrt (x. 37 — 40). Alle diese Züge haben auch Sasportas,Ricaut und de la Croix, aber nicht in dieser Ausführlichkeit und in dieserReihenfolge; nur Schade, daß das chronologische Moment unzuverlässig ist.DÄrezzo setzt das gewaltsame Erbrechen der Synagogeuthür, abweichend vonKorfu's Angabe, auf den 4ten Tag Olrsuulrs, d. 28. Lislsrv.
16) Den zuerst feindlichen und dann mit S. Z. versöhnten Smyrnaernennt nur Coenen ziemlich richtig, Lstuiro. 4>sAns, die übrigen aber meist ent-stellt; die hebr. Quellen bei Emden uvrps o"n oder u,p->; Ricaut (p>. 181)8s.vau.s1 4?suuis, de la Croix, dossxlr i?zrnss. Sein wahrer Namelautet Chajim Peüa (Penja). Er war ein sehr reicher und angesehener Mannin Smyrna und unterstützte die Herausgabe des ersten Theils von ChajimBenveniste's nhii^n (gedruckt Livorno 1657). Das Titelblatt sagt:
-WNL.1 . . owi.n hu uwrih . . ihmL-.i . . .nshL': mmpLn
LIU 'ov'uiv 1 "r' O " n OL 11 LN 1 'O^NI (Joseph Peüa starb wenigeTage vor Vollendung des Druckes). Im Vorwort (fol. 4 s) sagt der Vers.: mria
NL'U u"p' N'LIU 'OV1NL O"n NNO ION psn nh.nn nh>L N'UL N'OON NLP'
ihn NeON NO°N.nh O'hmn MUL ;n nmhn 1NLLL nlhni U2:L YOrh. Daraus folgt,daß Peüa in Smyrna wohnte, wenigstens bereits seit 1657, und daß de laCroix' Erzählung: er sei zufällig damals von Livorno nach Smyrna gekommen,um Außenstände einzuziehen und sei dabei in Conflikt mit Sabbatar gerathen,eine Fabel ist (p. 309). — Aaron Lapapa (falsch Leppa), Chajim Ben-veniste und Salomo Algazi, zur Zeit Rabbiner in Smyrna, sind alsVerfasser rabbinischer Werke durch die Bibliographien bekannt. — Von dem
28*