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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

von S. Z. nicht einmal erwähnt, sich vielmehr auf eine Sekundärquelle, aufv. Lent's Lelisäiasma, verlassen hat*).

II. Sabbatianische Quellen.

Ausführliche und beglaubigte Berichte von sabbatianischer Seite giebt esfast gar nicht. Die Sabbatianer scheinen nicht genug Talent für die Kompo-sition eines Evangeliums besessen zu haben. Es giebt nur Surrogate dafür.

1) Abraham Cuenqui, ein gefeierter Kabbalist und Sendbote aus

Hebron, welcher Reisen in Deutschland und Polen gemacht hat, Verfasser von3 Schriften kabbalistischer Schriftdeutung: wc-n pru, ferner v'-wio pru und nmvrru:p (Asulai II, s. v.-), war ein Kryptosabbatianer. Auf Verlangen einesGesinnungsgenossen in Frankfurt a. M. zeichnete er um 1689 seine Jugend-erinnerungcn über S. Zewi, den er in Hebron gesehen, auf. Jakob Emden hatdiese Relation in seinem rnm unter dem Titel oder nou

x. 1621 ausgenommen. Durch Unvorsichtigkeit sind aber in der Hschr.dieser Denkwürdigkeiten einige Blätter theilweise verbrannt, sodaß der Zu-sammenhang öfter unterbrochen ist. Diese Relation ist voll von Abenteuerlich-keiten und Wundern.

2) Baruch d'Arezzo. Eine fließend geschriebene Geschichte des Sabba-

tianismus unter dem Titel imve-' von geringem Umfangs, handschriftlich

in der Michaelschen Sammlung Nr. 836: nr p qcm 'cr >ncL' in

der Günzburgschen Handschriftensammlung (defekt) und in der AlmanzischenBibliothek Nr. 204. In dieser Handschrift allein ist der Name des Autorsgenannt: ir'-mu qua Baruch d'Arezzo. Allzu zuverlässig ist diese Quellekeineswegs; der Verfasser erweist sich als ein eifriger Anhänger des Pseudo-messias, glaubte an alle Wundermären und stand dem Schauplätze fern. Nurwo sie mit anderen Quellen übereinstimmt, oder wo sie Nachtheiliges vonihrem Heros tradirt, ist sie zu gebrauchen.

3) Sendschreiben eines anonymen Sabbatianers an einen Samuel de

Pagas, erst jüngst aus einer Wiener Handschrift edirt von N. Brüll (in derhebr. Zeitschrift von Weiße Luarm riw, Jahrg. 1865, x. 64 ff. und p. lOV)unter dem Titel: ana.i, oder iw crwL. Der Herausgeber hat den

Inhalt verkannt und ihn als eine Polemik gegen die Sabbatianer betrachtet,während er eine Apologie für S. Zewi ist. Dieses Sendschreiben hat AbrahamMichael Cardoso zum Verfasser, wie weiter unten (Note 4) nachgewiesen ist.Es enthält zwar nicht viel Geschichtliches, aber es ist von großer Wichtigkeitfür die Erkenntniß der sabbatianischen Theorie, von der man bisher keineAhnung hatte. Auch das Treiben seiner Jünger und Anhänger wird durchdiese Schrift erst recht klar.

4) Einige handschriftliche Piecen, die ich der Güte des gründlichen Kennersder jüdischen Literatur S. I. Halberstamm in Bielitz verdanke, der sie mirmit seltener Freundlichkeit osferirt und zur Benutzung überlassen hat. Ich be-zeichne diesen Codex durch Lls. Halberstamm -4. (zum Unterschiede von einem

*) Die Schrift von Bnchenröden, Michael (Superintendent zu Heidel-berg), weiland Messiaspost oder Widerlegung des Gedichtes vom neuestenMessia der Juden und seinem Propheten Nathan, Nürnberg 1666, ist mir nichtzu Händen gekommen.

") Asulai II. s. v. llwii pcu erzählt, er habe Cuenqui's Bericht über dessenzwei Reisen als Sendbote handschriftlich gesehen.