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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

den die Geistlichkeit verhindern wollte. Texeira mag nun gedroht haben, imFalle, daß dem Bau Hindernisse in den Weg gelegt würden, die Stadt zu ver-lassen und seine Reichthümer anders wohin zu tragen (s. Reils, Zeitschrift desVereins für Hamburgische Geschichte II, S. 410 fg.). So oft also von einemResidenten Texeira die Rede ist, so kann kein anderer darunter verstandenwerden, als Manuel Texeira. Aber diesen Namen führte er nur bei Christen,es war sein aus Spanien oder Portugal mitgebrachter Name. Als Jude hießer Isaak Texeira, auch Isaak Senjor Texeira. Wir haben diesenNamen in dem Sendschreiben der Wiener Gemeinde an ihn gefunden. Derhebräische Uebersetzer von Manasse b. Jsrael's imve» nipv bemerkt über ihn(p. 56 b): i>"! ui"L"a> pnv> pvm .i'.n mrn moonn pn> Ln

(soll wohl heißen: nv>vv> ni'vL- »imn i>o mx- vs tpu- De

Barrios nennt ihn bald L-Ianusl Is/xs/rs., Itesiäents äs ln inslitn Rszmaäs Lusoin en RninknrA, bald ri In inu^ nokls ssnorn Ooün Hsstsr8snior Isixtz^rn, äiAnissiina sonsorts äsl ssöor Isknü LtznsorIsixs/ru, Kssiäsnts äs In Ilsens, äs 8usein. Bei der Feier der Ver-bindung seiner Tochter Sara mit Abr. Suasso nennt er ihn ebenfalls Ist, ns8snior Ilsxsirn. (Auch auf seinem Grabstein heißt er Lslrnolr Unirn OsiiorUsixsirn. Vgl. Kaufmann, die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und Nieder-Oesterreich S. 129 f., 133 f.j Jehuda Leon dedicirte seine Psalmenübersetzung^,11 illust. 8süor Islrnv 8snior Isixs^rn, Rssiäsnts . . äs In Rs/nn äs8usäin. In dieser Dedication nennt er: ^.drnünin 8snior Isixs^rrr suäi^nissiwo xnärs. Diego hat demnach den jüdischen Namen Abraham ange-nommen. Man hat gar keinen Anhaltspunkt dafür, zwei Residenten der KöniginChristine in Hamburg anzunehmen, sondern Manuel oder Isaak Texeira wares allein, sein Vater war nicht Resident.

Die Beziehungen M. Texeira's zu Christine waren vielerlei Art. Er warihr Banquier, Rathgeber und Vertrauter. Sie wechselte Briefe mit ihm überdie europäische Knuts politi^us, weil sie ihn für klug und zuverlässig hielt.Das Alles ist bei ^.rüsndolr nachzulesen. Bei ihrer zweiten Rückkehr ausRom, als sie wieder auf die schwedische Krone speculirts, wohnte sie im Hauseihres Residenten vom August 1666 bis April 1667, worüber die protestantischenZionswächter ein Zetergeschrei erhoben. (Schudt I. ä. 374). Auch die Kur-fürstin von Sachsen hat in seinem Hause gewohnt. (Rsspp. Sasportas No. 78,Texeira's Schreiben): nvp nv'i> >7 oe-u n'vopuo .. mno ru

'n'v). (Schudt das.) Was er für seine Stammgenossen gethan, ist nichtbesonders bekannt. Eine talmudische äesiku hat er unterhalten und wohlSasportas dabei angestellt. Bei dem Hilferuf der Wiener Gemeinde wendeteer sich an seine einflußreichen christlichen Bekannten, die Ausweisung zu Hinter-treiben: an spanische Granden, (ivsv 'in-ut) merkwürdig, ein abtrünnigerMarrane, ein Jude gewordener Edelmann, stand noch mit dem hohen spanischenAdel in Verbindung! an den Grafen Montecuculi 'brpip'irnv -ivp)österreichischen Gesandten in Schweden, bei Christine in Gunst, der den TexeirasGunst erwiesen hat und endlich an den Cardinal Azzolino (n'inm imniip)einen Intimus Christinens. Daß er sich bei der schwedischen Exkönigin für dieJuden Wiens verwendet hat, versteht sich von selbst. Nebenher sei noch bemerkt,daß Christine Manuel Texeira's Sohn, ebenfalls Diego genannt, zuihrem Edelmann, Osntil-Koindrs, gemacht hat (de Barrios). Sein zweiterSohn hieß Benjamin, und beide haben Hamburg mit Holland vertauscht(Arkenholz II. p. 230 Note.)