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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

argwöhnischen Blicken umlauert. Sie traute ihm nicht und ahnte inihm einen Schwindler, der unter der Maske des Christenthums, wiefrüher unter der des Islams, als Haupt einer Sekte eine Rollespielen wollte. Je mehr Frank darauf zurückkam, daß ihm ein eigenerLandstrich angewiesen werden möge, wo er namentlich mit seinen aus-ländischen Genossen aus Ungarn, der Walachei und Siebenbürgen, welchedie Landessprache nicht verstanden, Zusammenleben könnte, desto mehrerregte er den Verdacht, daß er eigene selbstsüchtige Zwecke verfolgte,und die Taufe ihm nur als Mittel dienen sollte. Die talmudischenJuden unterließen nichts, Beweise von seinen Schwindeleien zu liefern.Seine polnischen Anhänger wurden heimlich von den Geistlichen übersein Thun und Treiben, seine Vergangenheit und seine Ziele aus-geforscht. Endlich wurde er entlarvt und von einigen seiner polnischenAnhänger, die sich von ihm gegen die ausländischen Frankisten zurück-gesetzt fühlten, verrathen: daß ihm der Christusglaube nur ein Spielsei, und daß er sich vielmehr von den Seinigen als Messias undverkörperter Gott, als heiliger Herr, anbeten lasse. Er wurde vondem Offizial der polnischen Inquisition als Betrüger und Glaubens-schänder verhaftet und verhört. Die Zeugenaussagen bestätigten immermehr seine Schwindeleien. Darum wurde er nach der Festung Czen-stochow abgeführt und in ein Kloster eingesperrt (März 1760), wiesich denken läßt, nicht ohne Betrieb der Gegner. Vom Feuertod alsKetzer und Abtrünniger rettete Frank nur die Pathenschaft des Königs.Seine hervorragenden Anhänger, wie Salomo Schor - FrancischckWolowski, wurden ebenfalls verhaftet und in Ketten gelegt. DerTroß wurde zum Theil zur Schanzenarbeit an der Festung Czen-stochow angehalten oder in die Heimath verwiesen. Viele Frankistenmußten an den Kirchenthüren betteln und waren bei der polnischenBevölkerung verachtet. Sie blieben aber ihrem Messias oder heiligemHerrn treu. Alle widerwärtigen Vorgänge legten sie sich kabbalistischzurecht: es habe Alles so kommen müssen. Das Kloster von Czen-stochow nannten sie mystisch die Pforte Roms. Aeußerlich hingensie dem Katholicismus an, machten alle Sacramente mit, hielten sichaber doch nur zueinander, und wie ihre türkischen Genossen, dieDonmäh, verheiratheten sie sich nur untereinander. Noch heutigenTages sind die von ihnen abstammenden Familien in Polen: Wolowski,Dembowski, Dzalinski und andere als Frenks oder Schäbskenntlich. Frank wurde nach dreizehnjähriger Haft in der Festungvon den Russen in Freiheit gesetzt, spielte auf anderen Schauplätzenin Wien, Brünn und zuletzt in Offenbach über zwanzig Jahre eineBetrügerrolle, stellte seine schöne Tochter Ev a als verleiblichte Gottheit