Taufe der Frankisten.
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Frankisten war, daß der Sohar die Dreieinigkeit lehre, und daß einePerson in der Gottheit Fleisch geworden sei. Durften sie diesesDogma so entschieden in Abrede stellen, ohne die Christen, ihre Herren,-zu verletzen? Und daß sich solch Anklänge im Sohar finden, konntensie auch nicht leugnen. Freilich die erlogene Behauptung vom Ge-brauche des Christenkinderblutes und vom Blutdurst des Talmudhätten sie mit aller Entschiedenheit zurückweisen und sich auf Zeugnissevon Christen und sogar auf Aussprüche von Päpsten berufen können.Aber sie waren in der eigenen Leidensgeschichte unwissend, und ihreUnwissenheit hat sich an ihnen gerächt. Es ist Wohl glaublich, daßdie talmudischen Wortführer nach dreitägigem Gespräche beschämt undverwirrt heimgekehrt sind. Sogar die Blutbeschuldigung blieb anihrem Bekenntniß haften.
Die Sohariten, welche ihren Wunsch erreicht hatten, wurdendarauf von den Geistlichen gedrängt, endlich ihr Versprechen zu er-füllen und sich taufen zu lassen. Aber sie sträubten sich immerwieder dagegen, als wenn es ihnen große Ueberwindung gekostet hätte,und thaten es erst auf ausdrücklichen Befehl ihres Oberhauptes Frankund in seinem Beisein. Dieser war bei der Disputation nicht an-wesend, sondern erschien erst in Lemberg, als sich der Sieg seinenAnhängern zuzuneigen schien. Er trat mit großem Pomp auf, inprachtvoller türkischer Kleidung mit einem Sechsgespann und um-geben von 30—50 Gardisten in türkischer Kleidung. Er wollte denPolen imponiren. Er war auch der starke Wille, der die Frankistenleitete, und dem sie blindlings folgten. Im Ganzen nahmen damalsetwa tausend Sohariten die Taufe. Unter ihnen waren zwei Söhnedes alten Elisa von Rohatyn: Salomo Schor, welcher seinenNamen in Lucas Francischek Wolowski verwandelte, und seinBruder Nathan, der sich Michael Wolowski nannte, beide Nach-kommen berühmter Rabbinen. Frank allein ließ sich nicht in Lembergtaufen, sondern erschien plötzlich mit blendendem Schaugepränge inWarschau (Oct. 1759), machte die Neugierde der polnischen Haupt-stadt rege und bat sich die Gnade aus, der König möge sein Tauf-Pathe werden. Auch dieser Umstand sollte seiner Marktschreierei dienen,in den Augen seiner Genossen einen Vorzug zu haben. Er setztediesen Wunsch durch, wurde getauft und nahm den Namen Josephan (Nov. 1759). Die Spalten der Zeitungen der polnischen Haupt-stadt waren voll von Berichten über die täglich erfolgten Taufen sovieler- Juden und von de» hohen Edelleuten und Edelfrauen, dieihre Taufpathen waren. Aber erfreuen konnten sie sich des Siegesder Kirche nicht. Frank wurde vielmehr von der Geistlichkeit mit