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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

blindlings folgten, hielt es noch nicht an der Zeit, damit vorzngehen.Er wollte durch diesen letzten Schuß günstige Bedingungen erzielen.Diese Bedingungen ließ er durch zwei Deputirte, die sich wenigstensblicken lassen konnten, verkünden, durch Jehuda (Löb) b. Nathan(Noßen) Krysa, ehemaligem Rabbinen von Nadworna, und SalomoSchor, Sohn Elisa's von Rohatyn. Beide richteten gleichzeitig eineBittschrift an den König und Erzbischof Lubienski, welcher inzwischenPrimas des Reiches und Erzbischof von Gnesen geworden war. Darinsprachen sie ihre und Franks Wünsche aus (16. Mai 1759). Siebestanden vor Allem auf einer Diskussion mit ihren Gegnern. Sieführten als Gründe dafür an, daß sie der Welt dadurch zeigen wollten:sie seien nicht aus Noth und Armuth, sondern aus innerer Ueber-zeugung zum Christenthum geführt worden. Sie wollten ferner da-durch ihren heimlichen Genossen Gelegenheit geben, sich ebenfalls offenzum christlichen Glauben zu bekennen, was sie unfehlbar thun würden,wenn ihre gerechte Sache den Sieg davon tragen sollte. Endlichgedachten sie damit ihren verblendeten Gegnern die Augen zu öffnen.Bestimmter verlangten die beiden Deputirten Krysa und Schor: derKönig möge einen Aufruf ergehen lassen, daß sämmtliche Sohariten,die sich aus Furcht vor Verfolgung zu den Talmudisten hielten, sichoffen bekennen dürften und auf den königlichen Schutz rechnen könnten.Ferner mögen ihnen ihre Frauen und Kinder, die ihnen entrissenworden <d. h., die sich von ihnen losgesagt hatten und bei Verwandtenund Freunden lebten) zurückgegeben werden, damit sie dem Religions-gespräche beiwohnen und davon überzeugt werden könnten. Endlichverlangten sie, daß den Frankisten Wohnplätze in der Gegend vonBusk und Gliniany (östlich von Lemberg) angewiesen werden mögen,um von ihrer Hände Werk leben zu können, dawo die talmudischenBranntweinpächter die Trunkenheit nährten, das Blut der armenChristen aussaugten und mit doppelter Kreide zeichneten." Aufdieses schlau angelegte und gegen ihre Feinde hämische Gesuch ant-wortete der König gar nichts und Lubienski ausweichend:Er könnteihnen nur das ewige Heil versprechen, wenn sie sich taufen lassenwollten; Alles Uebrige werde sich finden." Er zeigte keinerlei Eiferfür die Bekehrung dieser zerlumpten Teufel, die er für Heuchler hielt,welche das Christenthum mit den Lippen bekannten, aber sich darunterallerlei mystischen Schwindel denken mochten. Auch der päpstlicheNuntius in Warschau, Nikolaus Serra, war nicht für die Bekehrungder Contratalmudisten eingenommen. Sollte Graf Brühl seinemFaktor Baruch Jawan Wort gehalten und den König doch, wie denNuntius gegen sie eingenommen haben?