Die Frankisten.
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verzweifelt, was aus ihnen werden sollte. Darauf wandten sie sichan den König von Polen und flehten ihn an, das ihnen vom BischofDembowski ertheilte Privilegium, mit ihrem eigenen Bekenntniß ge-duldet zu werden, zu bestätigen. August III., der Schwächling undMärtyrer des siebenjährigen Krieges, ertheilte hieraus den Befehl(11. Juni 1758), daß die Frankisten unangefochten in ihre Heimathzurückkehren und überall in Polen wohnen dürften. Es waren nochimmer einige Hundert, welche sich in der Gegend von Kamieniecniederließen, arme Teufel, die von den Almosen der geheimen Sab-batianer lebten. Doch dieser Befehl erhielt nicht Nachdruck genug,und so wurden die Frankisten immer noch von ihren Gegnern mitHülfe der Edelleute verfolgt. In ihrer Noth schickten sie Einige ausihrer Mitte an Frank, der sie so lange im Stiche gelassen hatte undwährend der Zeit wieder in der Türkei lebte, ihn angehend, ihnenmit seinen Rathschlägen beizustehen. Widerstreben heuchelnd folgte erihrem Rufe gern und begab sich wieder nach Podolien (Januar 1759).
Mit seinem Erscheinen begann das alte Jntriguenspiel vonNeuem. Frank wurde seit der Zeit die Seele seiner Anhänger, ohnedessen Befehl oder Wink sie nichts unternahmen. Sie waren auchkopflos geworden. Er sah Wohl ein, daß die Erklärung, die Contra-talmudisten glaubten auch an die Dreieinigkeit, allein nicht viel helfenwerde, und war bereit, dem Christenthum weitere Zugeständnisse zumachen. Auf seinen Rath begaben sich sechs Frankisten, meistensAusländer, zum Erzbischof Wratislaw Lubienski von Lembergmit der Erklärung (20. Februar 1759) „im Namen Aller", daß siesämmtlich unter gewissen Bedingungen geneigt wären, sich der Taufezu unterziehen. Sie brachten in ihrer Bittschrift widerliche, mönchisch-katholische Faseleien vor und schnaubten Rache gegen ihre ehemaligenGlaubensgenossen. Sie wünschten- „daß ihnen ein Feld angewiesenwürde, auf dem sie eine entscheidende Schlacht gegen die Feinde derWahrheit schlagen könnten," d. h. sie wünschten eine neue Disputationgegen die Talmudisten und machten sich anheischig, zu beweisen, „daßdie Talmudisten noch mehr als die Heiden unschuldiges Christenblutvergössen, darnach gelüsteten und davon Gebrauch machten." Lubienskiließ zwar dieses Gesuch der Sohariten drucken, um einerseits denSieg der Kirche zu verkünden und andrerseits die Anhänger dieserSekte beim Wort zu halten, that aber nichts für sie und dachte auchnicht daran, ein Religionsgespräch eiuzuleiten. Obwohl sie in ihrerkatholischen und kabbalistischen Redeweise angaben, daß sie nach derTaufe, „wie das Reh nach Wasserbächen lechzten," dachten sie nochgar nicht daran, sich ihr zu unterziehen. Frank, ihr Leiter, dem sie