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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Scheiterhaufen für den Talmud.

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die Disputationen beschicken und ihren so verachteten Todfeinden Redestehen. Es stellten sich aber nur wenige Rabbiner ein, von denennur noch ein einziger bekannt ist: Beer, Rabbiner von Jaxlowiec,Vertreter der Podolischen Gemeinden und Schwager des BaruchJawan, der eben so thätig gegen die Frankisten, wie gegen die Eibe-schützer wirkte. Es waren auch erschienen Mendel (Menahem),Rabbiner von Satanow, welcher das Zeugenverhör gegen die Un-thaten der Frankisten ausgenommen hatte; ferner Löb, Rabbiner vonMiedzibos und Joseph Krzemieniec aus Mohilew. Aber Keinervon ihnen hatte einen rechten Plan. Was vermochten auch die Ver-treter des Talmud mit ihrer gründlichen Unwissenheit in weltlichenDingen und ihrer stotternden Sprache gegen die frechen Anklagen derFrankisten vorznbringen, zumal auch sie den Sohar als heiliges Buchanerkannten, und dieser tatsächlich eine Art Dreieinigkeit aufstellt Z?Was bei der Kamieniecer Disputation vorgefallen sein mag, ist nichtbekannt geworden. Die Talmudisten galten als besiegt und überführt.Der Bischof Dembowski ließ öffentlich bekannt machen (14. Oct. 1757):da die Contratalmudisten die Hauptpunkte ihres Glaubensbekenntnisses»iedergeschrieben und bewiesen hätten, so sei ihnen gestattet, überallmit den talmudischen Juden zu disputiren. Diese sollten jenen5000 poln. Gulden Schadenersatz leisten und außerdem 154 Gold-gulden zur Ausbesserung der Kathedrale von Kamieniec zahlen. DieTalmudexemplare sollten confiscirt, nach Kamieniec gebracht und dortöffentlich durch die Hand des Scharfrichters verbrannt werden. Dem-bowski durfte nach eigenem Gutdünken die Einen begünstigen, die"Indern verurtheilen. Der König August III. von Polen oder viel-mehr sein Minister Graf Brühl kümmerte sich wenig um innere An-gelegenheiten und noch weniger um die Juden. Sie hatten Sorgegenug um Politische Vorgänge im Beginn des siebenjährigen Krieges,welcher diesen König aus seinem Erblande Sachsen vertrieben hatte.So durfte Dembowski, welcher damals auch Erzbischof von Lemberggeworden war, in den Städten seiner Bisthümer mit Hülfe derGeistlichen, Polizei und Frankisten Talmudexemplare und andererabbinische Schriften aufsuchen und nach Kamieniec znsammenbringenlassen. Zum Hohne wurden die Bücher an Pferdeschweifen geschleift.Nur die Bibel und der Sohar sollten verschont werden, wie zur Zeitder Talmudverfolgung unter den Päpsten Julius III., Paulus IV.und Pius V.^) An tausend zusammengeschleppte Exemplare wurden

S. Band VII g S. 214 Anm. 5.y S. Band IL.g S. 337, 339.