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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Frankisten.

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die heilige Schrift und über den Talmud setzte. Endlich erklärteder kabbalistische Wahn dem rabbinischen Judenthum den Krieg ansTod und Leben. Das war die Frucht der Verblendung. Die Rab-binen, welche in Brody der Jugend die Kabbala entzogen wissenwollten, sahen allerdings nicht die ganze Tiefe des Uebels. Sie be-trachteten die Ausschreitungen der Frankisten lediglich als Mißbrauch,während sie doch in der Natur der kabbalistischen Theorie lagen. DieNoth zeitigte noch eine andere Erkenntuiß. Die Mitglieder der Kou-stantinower Synode wandten sich in ihrer Verlegenheit um Rath auJakob Emden, welcher seit seiner Fehde mit Eibeschütz als Vertreterder reinen Rechtgläubigkeit, als Säule des Judenthums galt. Daswar für ihn ein ganz anderer Triumph als der, welchen sein Gegnerzur selben Zeit in der Mitte seiner taumelnden Bewunderer feierte(o. S. 377). Die polnischen Juden sahen endlich ein, daß weltlicheKenntnisse und gebildete Beredsamkeit doch nicht so ganz und garverwerflich seien, daß sie vielmehr dem Judenthum Dienste leistenkönnten. Sie wünschten, daß ein gebildeter Portugiese nach Polenkäme und mit seinem allgemeinen Wissen und seiner Redegewandtheitihnen vor den polnischen Behörden und Geistlichen zur Unterdrückungder gefährlichen frankistischen Sekte zur Seite stünde Z.

Jakob Emden, dem der Nothschrei seiner polnischen Brüder zu-Herzen ging, kam ebenfalls auf eine richtige Einsicht, welche für dieFolgezeit von großer Wichtigkeit war. Die Sabbatianer aller Artberiefen sich, so wie die Contratalmudisten in Polen, stets auf denSohar, als ans ein heiliges Grundbuch, die Bibel einer neuen Offen-barung. Mit Belegen aus dem Sohar beschönigten sie alle ihre Läster-lichkeiten und Frechheiten. Wie, wenn nun der Sohar unecht, eineuntergeschobene Schrift wäre? Darauf kam Emden. Die wider-wärtigen Vorfälle in Polen führten ihn auf diese Untersuchung, undes wurde ihm klar, daß mindestens ein Theil des Sohar die Aus-geburt eines Betrügers sei, und auch das Ganze könne nicht Simonben Jochai, die talmudische Autorität, zum Vater Habens. Vor demfrechen Auftreten der Frankisten in Podolien hätte Emden Jeden, deran der Echtheit und Heiligkeit des ganzen Sohar zweifelte, als einen

Z Baruch Jawan schrieb an Emden -wo I, x. 4b): nm imo .io

- 2 ) Die kritischen Zweifel an der Echtheit des Sohar, welche Emden inseiner Schrift nns-e»-, Altona 1762 entwickelt hat, sprach er schon 1757

in seiner Schrift vmV -c> x. 37 a, f. zur Widerlegung des frankistischen Glaubens-bekenntnisses aus.