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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

die Uebertrcter an: Bannflüche und Verfolgung. Auf die verkapptenKetzer wurde Jagd gemacht. Durch große Summen gewonnen, standendie polnischen Behörden den Verfolgern kräftig bei. Diejenigen welchein schlimmer Lage waren, zeigten Reue und legten offene Geständnisseihrer Unthaten ab, die, mögen sie genau oder übertrieben gewesen sein,ein trauriges Bild von der Gesunkenheit der Juden in Polen geben.Vor dem Rabbinate in Satanow in öffentlicher Sitzung sagtenmehrere Männer und Frauen von sich und ihren Genossen aus(13. Siwan 11. Juni 1756), daß sie sich nicht bloß über dieRiten des Judenthums hinweggesetzt, sondern Unzucht, Ehebruch, Blut-schande und andere Frechheiten getrieben hätten, und das Alles nachmystisch-kabbalistischer Theorie. Etwas Wahres muß an diesen Ge-ständnissen gewesen sein, so unglaublich sie auch klingen; denn Ehe-frauen von Frankisten mochten nicht länger mit ihren Männern lebenund unterzogen sich lieber , den härtesten Strafen, um nicht unzüchtigenAnfechtungen ausgesetzt zu sein. Die Reuigen sagten auch aus, daßFrank seine Anhänger zur Verhöhnung der Keuschheit verführt habe.

In Folge dieser Zeugnisse wurde in Brody (20. Siwan) einfeierlicher Bann mit Auslöschen brennender Kerzen über die geheimenFrankisten ausgesprochen: daß sich Niemand mit ihnen verschwägerndürfe, daß ihre Söhne und Töchter als in Ehebruch erzeugte Bastardezu behandeln seien, und daß auch die nur Verdächtigen nicht zumRabbinat,,zu einem religiösen Amte oder zum Lehrfache zugelassenwerden sollten. Jedermann sei verpflichtet, heimliche Sabbatianer an-zugeben und zu entlarven. Dieser Bannspruch wurde in mehrerenGemeinden wiederholt und zuletzt von einer großen Synode in Kon-stautinow am jüdischen Neujahr (25. Sept. 1756) bestätigt. Die Formelwurde gedruckt, verbreitet und sollte jeden Monat in den Synagogenzur Nachachtung verlesen werden. In diesem Bannspruch war einPunkt von großer Wichtigkeit. Es sollte Niemand unter dreißig Jahrensich mit der Kabbala beschäftigen und den Sohar oder eine anderemystische Schrift lesen dürfen. So hatte endlich die Noth den Rab-binen die Augen geöffnet, zu erkennen, welche unreine Quelle seit derLurjanischen Zeit die Säfte des jüdischen Stammes vergiftet hat.Diese Erfahrung war theuer erkauft. Mehr als vier Jahrhundertewaren vergangen, seitdem spanische und Provenyalische Nabbinen mitder jungen Kabbala schön gethan und die wissenschaftlichen Forschungeninnerhalb des Judenthums verdammt hatten. Die Verblendeten! Siehatten geglaubt, das Judenthum dadurch zu stützen, wenn sie an dieStelle der Weisheit die Thorheit setzten. Diese von den Rabbinengehätschelte Thorheit schuf das Lügenbuch Sohar, das sich frech über