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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die entlarvten Frankisten. 381

Indessen hielt Frank in den ersten Monaten nach seiner Rückkehrnach Polen nur geheime Zusammenkünfte mit den podolischen Contra-talmudisten; ein offenes Auftreten war mit Gefahr verbunden. EinesTags wurde er indeß mit etwa zwanzig Anhängern in Laskorun beieinem Conventikel überrascht. Sie hatten sich mit Lejbotvicz - Frankwährend einer Jahrmarktszeit bei einem gesinnungsgenössischen Wirthin einem Wirthshanse eingeschlossen und sogar das Eingangsthor ver-rammelt, um ungestört und unbelauscht ihr Wesen zu treiben. Washatten sie zu verheimlichen? Die Frankisten sagten aus: sie hättenweiter nichts als gewisse Lieder in der Sohar-Sprache gesungen. IhreGegner behaupteten aber: sie hätten um ein halbnacktes Frauenzimmereinen orgiastischen Tanz aufgeführt und es geküßt vielleicht umdie Verbindung der männlichen und weiblichen Person in der Gottheitsymbolisch darznstellenZ. Aber gerade diese Heimlichkeit, mit der sichdie Sohariten umgaben, lenkte die Aufmerksamkeit der Juden vonLaskorun und der Fremden, welche zum Jahrmarkt anwesend waren,auf sie und bestärkte den Verdacht, den man gegen sie gehegt hatte.Es versammelten sich Viele um das Wirthshaus, um einzudringen,andere liefen zur Polizei um Anzeige zu machen: daß ein Türke sichin Podolien eingeschlichen habe, um die Juden zur mohammedanischenReligion und zur Auswanderung nach der Türkei zu verleiten, unddaß diejenigen, welche sich ihm angeschlossen haben, eine adamitisched. h. unzüchtige Lebensweise führten. Die Polizei schritt sofort ein,ließ die verrammelten Thüren einschlagen und hob das frankistischeN-est aus. Frank wurde zwar Tages darauf als Ausländer entlassen,und begab sich nach dem benachbarten türkischen Gebiete, aber diepodolischen Frankisten wurden in Gewahrsam gehalten. Der Vorfallmachte Aufsehen, tyurde vielleicht geflissentlich übertrieben» Wie einLauffeuer verbreitete sich die Nachricht von der frechen Verhöhnungder Religion und Sittlichkeit durch die Sabbatianer; Entsetzen ergriffdie Frommen. Man muß sich vergegenwärtigen, was diese Ver-höhnung des rabbinischen Judenthums damals und noch dazu in Polenzu bedeuten hatte, wo die geringfügigsten religiösen Bräuche mit Pein-lichkeit beobachtet wurden, und jeder Uebertreter derselben als eingottloser Verbrecher galt. Nun zeigte es sich, daß inmitten der pol-nischen Ueberfrömmigkeit eine Anzahl von Personen, noch dazu tal-mudisch geschuhte, das ganze rabbinische Judenthum verhöhnten. DieRabbinen und Vorsteher wendeten sofort die gewöhnlichen Mittel gegen

h Der mystische Ausdruck dafür mar m-umv zim oder