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Geschichte der Juden.
nach Polen geleitet habe. Seine Anhänger, die er in seinem Gefolge mitsich führte, und die er in Polen um sich schaarte, glaubten so fest anseine göttliche Natur, daß sie mystische Gebete in der Soharsprache anihn richteten, mit denselben Formeln, welche die Salonicher Donmähan Jakob Querido und Berechja zu richten pflegten. Kurz Frankbildete aus den podolischen Sabbatianern eine eigene Sekte, die manmit seinem Namen Frankisten nannte. Es war eine eigenthümlicheSekte. Ihr Stifter lehrte seine Adepten, sich Reichthümer selbst aufbetrügerischen und krummen Wegen zu erwerben. Betrug sei weiternichts als ein geschickter Kunstgriff. Ihre Hauptaufgabe ging zunächstdahin, das rabbinische Judenthum aufzulösen, den Talmud zu be-kämpfen und zu vernichten. Diese Aufgabe erfüllten sie mit einerLeidenschaftlichkeit, die vielleicht in dem Zwange ihren Grund hatte,unter dem sie aus Furcht vor Verfolgung hatten leben müssen. Siesetzten den Sohar dem Talmud, >— und Simon ben Jocha'l (dessenangeblichen Verfasser) den übrigen Trägern des Talmud entgegen, alswenn jener' diese schon vor alter Zeit bekämpft und sie als Fälscherdes Judenthums angeklagt hätte. Im Sohar allein, der in der Thatdas ganze talmudisch-rabbinische Judenthum als eine sehr niedrigeStufe bezeichnetZ, sei die wahre Lehre Moses enthalten, was dieplumpen Kabbalisten so lange übersehen hätten. Die Frankisten hattensomit das halbverhüllte Geheimniß des Lügenbuches Sohar richtigererkannt. Sie nannten sich mit Recht eben so gut Sohariten, wieContratalmudisten. Mit einem gewissen kindischen Trotz thatensie gerade dasjenige, was das rabbinische Judenthum streng verpönt,und unterließen dasjenige, was dieses vorschreibt, nicht bloß inrituellen Punkten, sondern auch in Betreff der Ehe. und der Keusch-heitsgesetze. Unter diesen contratalmudistischen Frankisten befanden sichauch Rabbinen und sogenannte Prediger (Oarsodaniw, Nassxiäim):Jehuda L öb Krysa, Rabbiner von Nadworna, und der RabbinerNachmau b. Samuel Lcvi von Busk. Von besonderem Ansehenunter den polnischen Sabbatianern oder Frankisten war Elisa Schorvon Rohatyn, ein bereits bejahrter Mann, der ein Abkömmling vonbedeutenden polnischen Rabbinen war. Er, seine Söhne, seine TochterChaja (welche den Sohar auswendig gekannt, sich herausforderndbenommen haben soll und als Prophetin galt), seine Enkel und seineSchwiegersöhne, sie alle waren von früher her eingefleischte Sabba-tianer und fanden eine besondere Befriedigung darin, die rabbinischenVorschriften zu verhöhnen.
Z S. Band VII. Note 12, S. 440„ fg.