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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

schriften aufzusuchen, bedrohte ihn mit dem Tode, zerstörte seine Pressenund confiscirte einen Theil seiner-Schriften (Juli 1755').

Eine neue Wendung brachte eine Schrift eines Professors undPastors David' Friedrich Megerlin (Ans. 1756^) scheinbar zuEibeschütz' Gunsten in dieser Streitsache. Dieser halbnärrische Schwätzerund Proselytenmacher war durch die Aufforderung des dänischenKönigs veranlaßt worden, sich darüber auszusprechen, und er glaubteden Schlüssel zu den räthselhaften Eibeschützischen Amuleten gefundenzu haben: die angefochtenen Buchstaben, welche die Gegner auf Sab-batal Zewi deuteten, seien nichts anders als eine mystische Anspielungauf Jesus Christus. Der Oberrabbiner von Altona und Hamburgsei im Herzen dem christlichen Glauben zugethan, so behauptete Meger-lin, er wagte nur nicht aus Furcht vor den Juden offen damit her-vorzutreten. Zwar hätten dieser selbst und sein Jünger Karl Antondie Amulete ganz anders, und gar nicht im christlichen Sinne ans-gelegt; aber der Letztere habe den tiefen Sinn nicht, erfaßt, und Eibe-schütz habe seine Schutzschrift (o. S. 375) nur für polnische Judenausgearbeitet, von denen er sich nicht habe ins Herz blicken lassenwollen. In seinem tiefsten Innern sei der Oberrabbiner vollkommenchristgläubig. Megerlin forderte in Folge dessen den König von Däne-mark auf, Eibeschütz gegen die Verfolgungen seitens der Inden zuschützen und ganz besonders ihm zum Schilde gegen Jakob EmdensVerleumdungen zu dienen, der in ihm den Christen haßte und ver-folgte, wie es sein Vater mit dem heimlichen Christen Chajon gethanhabe. In seiner Narrheit ermahnte Megerlin mit ernsten WortenEibeschütz, die Maske fallen zu lassen, das Rabbinat der Drei - Ge-meinden anfzugeben und sich taufen zu lassen. Er richtete auch einSendschreiben an die Juden, eine allgemeine Rabbinerversammlung zuveranstalten und dem Christenthum die Ehre zu geben ^). Hätte Eibe-schütz einen Funken Ehrgefühl in seinem Charakter gehabt, so hätte erdiese ihm angedichtete Gesinnung, heimlich zum Christenthum zu halten,zurückweisen müssen, selbst auf die Gefahr hin, die Gunst des Königszu verlieren. Aber nicht das geringste that er gegen diese ihm auf-gebürdete Heuchelei, er zog nur den Nutzen davon. Denn Megerlins

>) x. 17 b fg.

") Der Titel dieser närrischen Schrift lautet: Geheime Zeugnisse für dieWahrheit der christlichen Religion, aus 24 neuen und seltenen jüdischen Amu-leten oder Anhängezetteln gezogen, Frankfurt und Leipzig 1756. Ich habediese seltene Schrift nicht einsehen können und kenne sie nur aus einem Auszuge.

2) Neue Erweckung der zerstreuten Judenschaft durch eine allgemeineRabbinerversammlung 1756; Christlicher Zuruf an dis Rabbinen 1757.