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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Jakob Frank.

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Beweisführung, so närrisch sie auch ist, überzeugte den König Friedrich.Er hob die über Eibeschütz schwebende Suspension vom Amte auf unddekretirte, daß die Juden der Altonaer Gemeinde ihm Gehorsam zuleisten hätten. Auch der Hamburger Senat erkannte ihn wieder alsRabbinen der deutschen Gemeinde an. Eibeschütz jubelte. Seine Be-wunderer bereiteten ihm einen feierlichen Triumph (Chanuka MitteDec. 1756). Im Reitercostüm zogen seine Jünger lärmend durchdie Straßen bis vor des Rabbiners Haus, bezeugten ihm auf einemehr die Gegner zu kränken geeignete als geziemende Weise ihre Hul-digung und veranstalteten in seinem Hause ein Tanzvergnügen *). Be-haglich sah Eibeschütz diesem wüsten Treiben zu, obwohl er nach rab-binischer Praxis die Berührung der Geschlechter beim Tanze hätteanstößig, finden müssen. Der sechsjährige Streit, welcher alle häßlichenLeidenschaften unter den Juden von Lothringen bis Podolien und vonder Elbe bis zum Po aufgeregt hatte, endete scheinbar mit einem Tanze.Aber in derselben Zeit erlitt Eibeschütz auf einer andern Seite eineNiederlage; sie brandmarkte ihn in den Augen Derer, welche ihm nochdas Wort geredet hatten und für ihn eiugetreten waren.

Als hätten die Thatsachen seine Behauptung Lügen strafen wollen,die er durch sein Mundstück Karl Anton aufstellen ließ: es gäbe keineSabbatianer mehr, erhoben solche gerade in derselben Zeit ihr Schlangen-haupt und züngelten mit ihrem giftigen Rachen. Die Saat, welcheChajim Malach in Polen ausgestreut hatte (o. S. 308), war durchdie Bannflüche der Rabbinen noch lange nicht unterdrückt. Sie hattennur die Wirkung, daß die Sabbatianer sich mehr maskirten, sich todtstellten, dabei aber im Stillen ihr Wesen trieben und Anhängerwarben. Einige Städte in Podolien und Pakotieu waren vollvon Talmudisten, die nach sabbatianischcr Theorie den Talmud ver-höhnten, die Satzungen des Judenthums verwarfen und unter derMaske strengfrommer Uebungen unkeuschen Wandel trieben. Die Wirr-nisse, welche die Eibeschützische Zwistigkeit auch nach Polen verpflanzte,als eine Partei die andere angcch und verfolgte, ermuthigte die pol-nischen Sabbatianer sich aus ihrem Versteck hervorzuwagen und ihreMaske ein wenig zu lüften. Die Zeit schien ihnen für einen Versuchgünstig, die ihnen verhaßten religiösen Riten bei Seite zu werfen undoffen als Contratalmudisten aufzutreten. Doch fehlte es ihnen aneinem muthigen Führer, der die Zerstreuten sammeln, ihnen Halt gebenund eine Richtung verzeichnen sollte. Auch dieser Führer fand sichei», und mit seinem Auftreten begann eine neue Bewegung von wider-

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i) Emden 33a, e-mv D, 19 d.