Eibeschütz' Schutzschrift.
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Meinung günstig für sich zu stimmen. Bei dem damaligen Standder Angelegenheit blieb ihm nichts anders übrig. Er arbeitete dahereine Schutzschrift für sich aus (Tafel der Zeugnisse, vollendet18. Tammus — 27. Juni 1755), das erste Erzeugniß seiner Feder.Sie ist sehr geschickt gehalten, wie es von seiner Klugheit zu erwartenwar. Er verbreitete über seine Sache eine günstige Beleuchtung.Diese Schutzschrift ist auch sehr gemäßigt und leidenschaftslos gehalten— nur gegen Emden konnte er seinen Unmuth nicht bezähmen — siewar auf seine christlichen Richter berechnet. Sie betonte sehr scharfdrei Punkte: daß die Schuld der Zerwürfnisse nicht von ihm, sondernvon seinen Feinden, besonders von dem ehrgeizigen, neidischen, auf ihnmißgünstigen Jakob Emden ausgegangen sei, daß so und so vielRabbinen und Gemeindevorsteher, deutsche, mährische, böhmische,polnische, italienische und sogar türkische, die Gerechtigkeit seiner Sacheanerkannt, sich entschieden für ihn ausgesprochen und seine Gegnerverwünscht hätten, und endlich daß die verdächtigen Amulete nichtKetzereien enthielten, sondern von seinen Feinden verdreht, mißdeutetund zum Theil gefälscht worden wären. Eibeschütz hatte aber damitweder seine unparteiischen Zeitgenossen, noch die Nachwelt von seinerUnschuld überzeugen können. Im Gegentheil verrathen seine Recht-fertigung und manche von ihm angeführten Zeugnisse geradezu seineSchuld. Ein gesinnungsvoller Rabbiner, der in seiner Jugend bereitseine Art Verehrung genoß und sie auch verdiente, der später berühmtgewordene Elia Wilna (geb. 1720, st. 1787), von Eibeschütz umTheilnahme angegangen, lehnte sie höflich ab*). Emden und sein
Jünger (David Gans) verfehlten daher nicht, Gegenschriften zu
veröffentlichen, um die schwachen Seiten aufzudeckeu und die für
Eibeschütz günstigen Zeugnisse zu verdächtigen. Nur ließ sich Emden dabeizu sehr von seiner heftigen Natur Hinreißen, wüthete und keifte nichtbloß gegen den von ihm gebrandmarkten Ketzer und seine Anhänger,sondern auch gegen Unparteiische, welche den Streit beizulegen versuchthatten, namentlich gegen Jecheskel Landau, überschüttete allegleich mit der Lauge seines Spottes und dem Unrathe niedrigenKlatsches. Er hat seinem Feinde dadurch einen großen Dienst ge-leistet. Man schenkte seinen leidenschaftlichen in Schimpfreden sich er-gehenden Worten keinen rechten Glauben. Freilich war Emden viel-
fach dazu gereizt worden. Er war durch den Streit halb verarmt,und während er an einer Gegenschrift arbeitete, drang eine RotteEibeschützer in einer stillen Stunde in sein Haus, um seine Flug-
0 Eibeschütz nimb, x. 72 b.