Der Compromiß.
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von dem rabbinischen Triumvirat fanatisirt, ein Gesuch um Revisiondes Ketzerprozesses gegen Eibeschütz zu stellen und den König besonderszu überzeugen, daß seine Behauptung: hinter ihm ständen die meistenRabbinen, auf Vorspiegelung beruhte, daß vielmehr nur seine Ver-wandten und Jünger zu ihm hielten. Die drei Rabbinen und auchder Rabbiner von Hannover stellten an den Vorstand der AltonaerGemeinde gerqd'ezu das Verlangen, daß er Eibeschütz so lange alsGebannten betrachten und ihm jede rabbinische Funktion verbietensollte, bis er Reue über seine Ketzerei gezeigt und Besserung ver-sprochen haben würde i). Feindliche Schriften von Emden und Anderenschürten noch dazu die Gluth der Zwietracht; sie waren in derberschonungsloser Sprache geschrieben und mit häßlichem Klatsch ange-füllt. Um die Gemüther zu beruhigen, bewog der Altonaer Vorstandmit vieler Mühe Eibeschütz, eine behördlich bindende Erklärung abzu-geben, daß er - sich freiwillig vor einem unparteiischen rabbinischenSchiedsgericht zu rechtfertigen und dessen Schlußurtheil zu unterwerfenbereit sei (Ans. 1753). Aber dadurch wurde der Streit nur nochmehr angefacht. Eibeschütz schlug zu seinen Richtern zwei Winkelrab-binen in Lissa und Glogau vor, welche einen dritten hinzuziehcnsollten. Er rechnete darauf, daß diese Kleinstädter, aus staunendemRespekt vor seiner Größe und seiner Stellung, seiner Rechtgläubigkeitein glänzendes Zeugniß ausstellcn würden. Aber eben deswegen be-stand die Gegenpartei darauf, daß das Schiedsrichteramt Joscha Falkund seinen Genossen übertragen werden sollte. Das reizte Eibeschütz;er verlor die bis dahin behauptete Gemüthsruhe und richtete ein ge-meines, schmähsüchtiges Schreiben an die Wormser Gemeinde gegenFalk, gewissermaßen eine Aufforderung, ihn für vogelfrei zu erklären.Er hatte aber bald Veranlassung, diese Gemeinheit zu bereuen, undmußte seinen Gegner anflehen, sich freiwillig vom Collegium des Schieds-gerichtes auszuschließen"). Es war ihm überhaupt darum zu thun,das Zustandekommen eines solchen zu vereiteln; denn er konnte dabeieher verlieren als gewinnen. Daher schob er den Zusammentritt des?selben immer weiter hinaus. Bald wollte er sich nur dem Rabbinatevon Constantinopel unterwerfen, bald schlug er dafür die Synode derpolnischen Vier-Länder vor, welche im Spätsommer (1753) in Jaros-
st Inhalt der Briefs in der Schrift rnmrm m-öpevn, s. Ende der Noten.
") Ueber den so genannten Compromiß mip Einleitung und x. 48 fg.mpiu.in x. 32 fg. In der Einleitung sagt Eibeschütz: 2 "io i.ipi marai
'-em ai.i mro 12 , 1 m. Dieses gemeine Schreiben ist aus einer
Handschr. abgedruckt in Frankels Monatsschr. 1867, S. 462 fg. Der demüthigeAbbitte-Brief an Falk ä. ll. 1. Schebat 1754 ist abgedruckt 'p nuni, x. 48 a,.