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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
Entstehung
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Die Parteiung. 369

wurde lächerlich und ein Stück rabbinisches Judenthum fiel damitzu Bodens.

Eine neue Wendung nahm dieser widrige Streit, als er vondem Herde der Entstehung vor das Forum der christlichen Behördenverpflanzt wurde. Daran hatte der Fanatismus der Eibeschützer mehrals der ihrer Gegner Schuld. Einer der Altonaer Vorsteher (Mardocha'iHeckscher), der bis dahin treu zu den Verfolgern gehalten, hatte sichaber in einem Briefe an seinen Bruder zweifelnd an der Gerechtigkeitder Sache geäußert, zumal kein einziger der rein deutschen RabbinenEibeschütz zur Seite stünde. Dieser Brief wurde von den Eibeschützernerbrochen, und der Schreiber als Verräther angesehen, aus dem Vor-stande gestoßen, gemißhandelt und mit Ausweisung aus Altona be-droht. Es blieb ihm nichts übrig, als sich an die holsteinischen Be-hörden, d. h. an den König von Dänemark Friedrich V. zu wendenund alle Gesetzwidrigkeiten, Gemeinheiten und Gewaltthätigkeiten, welchesich Eibeschütz und sein Anhang hatten zu Schulden kommen lassen wovon Heckscher die beste Kunde hatte schonungslos aufzudecken.Dabei kam auch das ungerechte Verfahren des Gemeindevorstandesgegen Jakob Emden und seine Frau zur Sprache. Eine beglaubigteAbschrift der verdächtigten Amulete in deutscher Uebersetzung wurdeeingereicht. Der Prozeß wurde mit Leidenschaftlichkeit geführt; beideParteien scheuten kein Geld. Der gereizte Kläger mit seinem An-hänge hielt sich nicht an das Nothwendige, sondern stempelte auch an-geberisch Manches an Eibeschütz zum Anklagepunkt, was harmloserNatur war. Der edle König Friedrich, der Beschützer Klopstockswelcher Gerechtigkeit liebte, und sein Minister Bernstorff entschiedenzum Nachtheile der Eibeschützer (30. Juni 1752). Der AlfonaerVorstand wurde wegen ungerechten und harten Verfahrens gegen JakobEmden scharf getadelt und mit einer Geldbuße von 100 Thlr. bestraft.Emden wurde gestattet, nicht nur nach Altona zurückzukehren, souderiDauch von seiner Synagoge und seiner Druckerei wie früher Gebrauchzu machen^). Eibeschütz wurde die rabbinische Befugniß über dieHamburger Gemeinde entzogen, und von der dänischen Regierungwurde er aufgefordert, sich über die angeschuldigten Amulete zu recht-fertigen und sich über fünfzehn ihm aufgegebene Fragen auszusprechen.Der Verlauf nahm allmählich eine schlechte Wendung für ihn. Selbst

9 Vergl. über die Ersolglosigkeit des Bannes durch den häufigen Gebrauch,Wessely neun 2 t. Sendschr. p. 34.

9 p. 10 n, p. 63 s, Reskript des Königs. Vergl. die Affäre

Heckschers, 7l.ots, bistor. sooiss., gesammelte Nachrichten über KirchengeschichteB. LVIII, S. 754, 880.

Graetz, Geschichte der Juvcn. X.

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