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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Jünger geradezu erklärten: Wenn ihr Rabbiner an Sabbatai Zewiglaubte, so würden auch sie diesen Glauben theilen*). Ohne Emdenzu einem Verhör zu berufen, dekretirte der Vorstand eigenmächtigTags darauf wie früher der Amsterdamer Vorstand gegen ChachamZewi und Chages daß Niemand bei Strafe des Bannes die Em-den'sche Privatsynagoge besuchen dürfe, daß diese geschlossen werde»,und daß er in seiner Druckerei nichts veröffentlichen sollte. Damitwar der Kampf ausgcbrochen, der zuerst unheilvoll, aber zuletzt dochreinigend gewirkt hat. Jonathan Eibeschütz machte den Vorfall über-all an seine zahlreichen Freunde und Jünger, namentlich in Böhmen,Mähren und Polen bekannt, schilderte sich als einen unschuldig An-geklagten und Jakob Emden als einen frechen Menschen, der es ge-wagt habe, ihn zum Ketzer zu stempeln. Er wurde von einer Lügezur andern, Von Gewaltthat zu Gewaltthat hingerissen. Nichtsdesto-weniger hatte er viele Helfer, die ihm zur Seite standen. JakobEmden dagegen stand so ziemlich allein. Denn die Wenigen, die zuihm hielten, wagten nicht offen hervorzutreten. Doch gab er noch andemselben Tage seinem Schwager, Rabbiner von Amsterdam, ArjeLeb Heschels, ferner Samuel Heilmann, Rabbiner von Metz,und Joscha Falk, Rabbiner von Frankfurt a. M., von denen ervoraussetzte, daß sie sämmtlich Eibeschütz nicht sehr freundlich gesinntwaren, Kunde von den Vorgängen. Der Amuletenblödsinn erhielt da-durch eine große Tragweite und eine Oeffentlichkeit, die nicht mehr zuunterdrücken war. Jeder nur einigermaßen willensfähige Jude nahmfür yder wider Partei; die Meisten hielten zu Eibeschütz. Vielekonnten sich nämlich nicht denken, daß ein so ausgezeichneter Talmudist,der größte seiner Zeit, zu den Sabbatianern gehören sollte. Die An-schuldigung gegen ihn galt daher als eine niedrige Verläumdung desgallsüchtigen, giftigen Emden. Ueber den Charakter und die Geschichteder Sabbatianer (oder Schäbs, wie man sie nannte) herrschte einegroße Unwissenheit; ein Vierteljahrhundert war vorübergegangen, seit-dem sie überall in den Bann gethan worden waren. Darum war dieöffentliche Meinung Anfangs Eibeschütz günstig.

Er verstand es auch ganz vortrefflich, sie immer mehr für sicheinzunehmen und in Täuschung zu wiegen. Er hielt in der Syna-goge einen Vortrag (26. Schebat 21. Febr?) und legte vor derganzen Gemeinde einen feierlichen Eid ab: daß er keine Spur vom

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") Eibeschütz, 211- 2121°?,' p. 72 .