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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Die Eibeschützschen Wirren.

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in Emden's Hände, dem kein Zweifel blieb, daß Elbeschütz noch immerder sabbataischeu Ketzerei anhing. Aber so sehr er sich auch freuenmochte, Gelegenheit gefunden zu haben, sein Ketzerrichteramt auszu-üben, so stutzte er doch Anfangs vor den Folgen. Wie sollte er denKampf mit einem Manne aufnehmen, der einen ausgebreiteten Rufals der gelehrteste Talmudist, als orthodoxer Rabbiner hatte, dessenzahlreiche Jünger man sagte mehr als 20 000 bereits Rabbi-nate, Gemeindeämter und einflußreiche Stellungen einnahmen, an ihmmit Bewunderung hingen, bereit, eine Phalanx um ihn zu bilden?Aber die Sache konnte auch nicht unterdrückt werden, es wurde in derJudengasse und auf der Börse davon gesprochen. Die Vorstehermußten Eibeschütz darüber befragen, und er ertheilte elende Ausflüchte,gab sich aber Mühe, das Gerede verstummen zu machen. Der Vor-stand mußte, ob er Eibeschützens Worten Glauben schenkte oder nicht, dieHand dazu bieten, die Sache todt zu machen. Welche Schande fürdie geachteten Drei-Gemeinden, welche ein Vierteljahrhundert vorherdie Sabbatianer verketzert und verdammt hatten, wenn sie selbst einensabbatianischen Oberrabbinen gewählt haben sollten?! Jakob Emden,dessen Eifer am meisten zu fürchten war, wurde daher bald durchSchmeicheleien umgarnt, bald durch Drohungen eingeschüchtert, dieSache nicht an die große Glocke zu hängen. Aber gerade die Dro-hungen gegen ihn haben die Veröffentlichung herbeigeführt. Emdenerklärte in seiner Synagoge in feierlicher Weise den Sachverhalt: daßer den Schreiber der Amulete für einen sabbatianischen Ketzer halte, derden Bannfluch verdiene, daß er zwar nicht damit den Oberrabbiner alsVerfasser beschuldigen wolle, daß dieser aber verpflichtet sei, sich vondem Verdachte zu reinigen (Donnerstag 9. Sodsvvat 4. Febr. 1751*).Diese Erklärung machte in den Drei-Gemeinden Aufsehen, erzeugteeine rasende Erbitterung; sie wurde dahin ausgelegt, als wäre Eibe-schütz, der Oberrabbiner, von einem Privatmanne in den Bann gelegtworden. Der Vorstand und die meisten Gemeindeglieder betrachtetenes als eine große Anmaßung, als einen Eingriff in ihre Befugniß.Eibeschützens Freunde und besonders seine Jüngerschaft schürten dasFeuer. Der Autoritätsglaube überwucherte bereits so sehr, daß einige

*) Der ganze Hergang ist mitgetheilt in Emdens niix, x>. 4 fg. undAns. Das Monatsdatum für Emdens feierliche Erklärung am Donnerstagist das. nicht gegeben. Aus einem handschriftlichen Briefe eines Jüngers vonEibeschütz Nathan Arolsen (im Besitze des H. Kirchheim) ist das Datum an-gegeben 9 t. Schebat. Demnach muß das Datum in zpp'o mi>', x. 39: Freitagdas ohnehin falsch ist, in '> emendirt werden. Falsch auch beiKlemperer: R. Jonath. Eibeschütz, S. 73, Note 222 n"'.