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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Jakob Emden.

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auf, Nehemia Reischer, Rabbiner von Lothringen, der früher ameifrigsten seine Wahl für Metz betrieben hatte. Man sprach laut da-von, daß sich Eibeschütz ihm und einer Waise gegenüber, die Reischerznm Vormunde hatte, eigennützig und betrügerisch benommen habe.Eibeschütz fühlte sich daher in Metz nicht sehr behaglich; ihm fehltedort überhaupt die lärmende und disputirende Schaar junger Be-wunderer, ein großer Schauplatz, um seinen Talmudwitz leuchten zulassen. In Frankreich wurden nicht so viel Talmudjünger aus Polenund Deutschland zugelassen. Seine Mißliebigkeit*) in der Gemeindezwang ihn ohnehin Metz zu verlassen. Es war daher verzeihlich, daßer sich um das Rabbinat der Drei-Gemeinden (Altona, Hamburg undWandsbeck) eifrig bewarb. Durch die Bemühungen seiner Verwandtenund durch seinen Ruf als der bedeutendste Talmudist und Wunder-thäter fiel die streitige Wahl auf ihn. Da die Juden dieser Städtenoch die eigene Civilgerichtsbarkeit hatten, welche auf dem rabbinischenGesetze basirte, so suchten sie einen scharfsinnig juristischen Rabbiner,und konnten nach dieser Seite hin keine bessere Wahl treffen.

Aber mit seinem Einzuge in Altona (18. Elul Anfang Sep-tember 1750) zog ein böser Geist ein, der nicht bloß diese Drei-Ge-meinden, sondern die deutsche und polnische Judenheit zerrüttete. In-dessen ist Eibeschütz, wenn auch der Hauptschuldige, doch nicht alleindafür verantwortlich zu machen; die ganze Zeitrichtung war seineMitschuldige, ganz besonders aber der Privatrabbiner Jakob Emden,der Hauptanreger des Streites. Er wollte die Heuchelei entlarvenund hat damit die Blöße seiner jüdischen Zeitgenossen aufgedeckt.

Jakob Emden Aschkenasi (abgekürzt Jabez, geb. 1608,gest. 1776^) war seinem Vater Chacham Zewi so ähnlich, wie nurein Schößling seinem Mutterstamme ähneln kann, oder vielmehr, ernahm sich seinen, von ihm übermäßig bewunderten Vater in Allem

st Supplik Ezech. Landau's an Maria Theresia (Monatsschr. 1877, p>. 20).Da aber oben benannten Supplicanten (Eibeschütz) wegen seines üblen Lebens-laufes dis Judenschast zu Metz nicht gedulden wolte."

st Seine Biographica sind in seinen polemischen Schriften, namentlich invppw rvip am Ans. gegeben. Amtlich wurde er Jakob Hirschel genannt;nach einer Krankheit hat er den Namen Israel dazu angenommen. Einegründliche und unparteiische Biographie Emdens, dessen Leben bis Luzzattohinauf und bis Mendelssohn hinunter reicht, ist noch ein Ossiäsiabnrn. Nachdem Erscheinen der ersten Ausgabe ist zwar eine Biographie erschienen: nubin

. Jakob Hirschels (Emdens) Leben und Schriften von H. A. Wagenaar,mit Beiträgen von Gabriel Polak, Amsterd. 1868. Aber sie enthält nur dasdürre Gerippe und ist so eisig unparteiisch gehalten, daß sie den von Emdenso schonungslos verketzerten Eibeschütz bezeichnet als vwiei bui' 221 21.12 lrm!.Emden würde einem solchen Biographen keineswegs Dank gewußt haben.