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Geschichte der Juden.
deutung. Wirksamer scheint die Verwendung de Aguilar's, BeruschEskeles' und anderer Wiener Hofjuden beim Hofkreise gewesen zu sein.Auch Geistliche redeten ihnen das Wort, und die Gesandten von Hol-lands und England verwendeten sich sehr warm und eindringlich fürsie. Die Anschuldigung verrätherischen Einverständnisses mit demFeinde während des Krieges konnte bei einigem guten Willen leichtwiderlegt werden. Genug, die Kaiserin nahm ihr strenges Edikt zu-rück und gestattete den Juden der beiden Kronländer auf unbestimmteZeit zu bleiben (15. Mai 1745"). Nur für die Prager Gemeinde,welche am meisten angeschuldigt war, blieb die Strenge fortbestehen.Erst einige Jahre später wurde allen Juden auf Antrag der Stände,„daß durch Abzug derselben dem Lande ein Verlust von vielen Mil-lionen drohte", der Aufenthalt ans vorläufig zehn Jahre verlängert,aber unter entsittlichenden Bedingungen. Sie sollten eher vermindertals vermehrt werden; ihre Zahl wurde festgesetzt. Nur der ältesteSohn durfte eine Familie bilden, in Böhmen wurden etwa 20 000und in Mähren 5100 Familianten (wie sie genannt wurden) ge-duldet. Jene mußten jährlich etwa 200000 Gulden an die kaiserlicheKasse liefern. Diese Beschränkungen haben sich bis fast zur Umwäl-zung von 1848 erhalten — Jonathan Eibeschütz wurde, ob mitRecht oder Unrecht, als Landesverräther erklärt, und es mar ihmuntersagt, je den österreichischen Boden zu betreten^).
Wenn er in den ersten Jahren so beliebt in Metz war, daß dieGemeinde nicht zugab, das ihm angetragene Rabbinat von Fürth(1746) anzunehmen, so muß er sich später so mißliebig gemacht haben,daß er während seiner Verlegenheit dort keinen Annehmer, keinenZeugen seiner Unschuld fand. Wenn er dort auch nur einen kleinenTheil der Gemeinheiten begangen haben sollte, die ihm vorgeworfenwurden Z, so muß sein Leben mit seinen Predigten, die er mit derZeit niederschrieb °), in einem schreienden Widerspruch gestanden haben.Außerordentlich feindselig trat gegen ihn sein College im Rabbinat
Z (Vgl. Kaufmanns Allhandlung: „Barthold Dome Burmania und dieVertreibung der Juden aus Böhmen und Mähren" in der Jubelschrift zum70. Geburtstag des Prof. Graetz (Breslau 1887), S. 278 — 313.)
2) S. darüber Note 7 (und ein noch unbenutztes handschriftliches Fragment,das sich gegenwärtig im Besitz der Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminarsin Breslau befindet.)
o) Note 7.
Z Emden in Usb llous.blls.ii lls-Lot'sr und auch Reischer in or-
rr:u, x. 36
b) Die meisten Predigten in der Predigtsammlung irin ;2 B.) sind inMetz gehalten.