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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

friedigen; die verkehrte Richtung der polnischen und deutschen Judenverschloß damals noch jedem strebsamen Jüngling die Pforten zumTempel der auf Wahrheit und scharfer Beobachtung beruhenden Wissen-schaften und drängte ihn in die verschlungenen Wege der rabbinisch-talmudischeu Literatur. Aus Mangel an gesunder Nahrung für seinengeschäftigen Geist nahm der junge Eibeschütz schädliche Elemente inseinen Kopf auf, und aus Mangel an regelnder Methode gerieth erin Klügelei. Er glaubte zwar, oder wollte glauben machen, daß erim Besitze aller Weisheit wäre') aber seine außertalmudischen Schriften,so weit sie sich übersehen lassen, seine Predigten, kabbalistischen Aus-einandersetzungen nnd seine der Aufwallung entströmten Gelegenheits-schriften verrathen nichts von dem, was man Weisheit oder gediegenesWissen nennt. Nicht einmal mit den jüdischen Philosophen in hebrä-ischer Sprache war Eibeschütz vertraut: heimisch war er nur im Tal-mud. Diesen verstand er auch wie eiuen weichen Teig zu behandeln,jedes Beliebige daraus zu gestalten, jede Dunkelheit und jeden Wider-spruch herauszufinden, das Entfernteste zu verknüpfen und zusammen-

') Karl Anton läßt Eibeschütz von sich rühmen (S. 51, Note s. s.):Er(Eibeschütz) war so weit gekommen, daß er nicht allein die talmudische Wissen-schaft . . . inne hatte, sondern auch in ihrer Theologie, geistlichen und welt-lichen Rechten, in allen Theilen der Kabbala und in der Philosophie, Historie rc.eine große Einsicht hatte." Eben so prahlerisch ist Eibeschütz' Schreiben anJak. Jos. Falk, das er wohlweislich nicht abgeschickt hat (Lsrsra Ollsrasä III,x. 3238). Nehemia Reischer theilt einen Passus aus einem Briefe Eibe-schützens an ihn mit, damit er ihn für das Metzer Rabbinat empfehlen sollte, derseine Eingebildetheit auf sein Wissen charakterisirt: irm arn iw- inn pwim-w'o rnm v'> imb .nb.nn . . . aroo . . rnm mir nm >r

nwwiis rw:i'>n mirwnr nv-n.ob rwn-'n inon niw . . . o'pvwi v'wr

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der anonymen polemischen Briefsammlung n'm.n, iw pivin rn-n rwe> (Bogna 5,I. 2 a). Auch in dem handschriftlichen Werke seines Jüngers Simon Buch-halter (Note 7) thut sich Eibeschütz viel auf seine philosophischen Kenntnisse

zu Gute; Bl. 30 nennt er ompirin? rw. Aber es steckt gar wenig dahinter,

man braucht nur seine Auffassung von den sieben Wissenschaften oder Künstenzu lesen, die er in einer Predigt, Metz 1749, auseinandersetzte, (wri II,x. 44 c. fg.), um zu erkennen, Laß sein außertalmudisches Wissen rein kindischwar. Sein geringes profanes Wissen scheint er aus Delmedigo's Illira ge-schöpft zu haben, den er charakteristisch genug über alle Philosophen seitMaimuni also auch über Cartesius stellte (Ms. Bl. 34 d, 48 u): o-nTM'-NP gll!' 'L'L bnr. Ob Eibeschütz wirklich einige kabbalistisch-

philosophische Schriften verfaßt hat, wie er von sich rühmt? rwrn.-i irm nennter (Lsrsra Ollsrasä das. x. 35), ;r>N7o mn» citirt er öfter im Ms. Indemselben thut er auch, als ob er Anatomie, Farbenlehre und alles Möglicheverstände. Auf Prahlerei ist auch zurückzuführen, was er sich in 'niwi m-w aufanatomische und physiologische Kenntnisse zu Gute thut.