Luzzatto's Drama.
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zeugung, daß das verkannte und geschmähte Verdienst zuletzt den Siegdavon tragen, und die Anerkennung (der Ruhm) ihm als Brautzu Theil werden wird, wenn es sich nur von der Vernunft undihrer Dienerin, der Geduld leiten läßt, seinen Blick von dem eklenTreiben abwendet und sich in die Wunder der Schöpfung vertieft.„Könnten wir nur ein einziges mal die Welt, vom Schein entkleidet,ungetrübten Blickes sehen, wie sie ist, so würden wir den Hochmuthund die Thorheit, die so verächtlich von der Tugend und dem Wissensprechen, tief gedemüthigt erblicken" Z. Durch ein außerordentlichesEreigniß, eine Art Wunder, kommt die Wahrheit ans Licht, der Trugwird entlarvt, der Hochmuth wird zum Gespülte, und die wankel-müthige Menge wird dahin gebracht, dem wahren Verdienste seine An-erkennung zu zollen.
Diese Gedankenreihe kleidete Luzzatto in seine dramatische Parabelund verlebendigte sie, ließ sie durch den Mund der handelnden oderrichtiger redenden Personen in Ein- und Zwiegesprächen verkünden.Freilich ein Drama im strengen Sinn ist Luzzatto's Kunstwerk nicht.Die auftretenden Personen haben nicht Fleisch und Blut, sondern sindkalte Begriffe; die Vernunft und die Thorheit, das Verdienst und derBetrug, sind in Scene gesetzt. Die dramatische Handlung ist gering;es ist eigentlich nur ein schöner Kranz duftender poetischer Blüthen,eine Reihe lieblicher Monologe und Dialoge. In sie hat er tiefeGedanken gelegt, welche sich sonst schwer dichterisch färben und ver-lebendigen lassen; aber ihm ist es gelungen. Die wunderbare Ent-wickelung der Pflanzenwelt, die überraschenden Erscheinungen derOptik veranschaulichte Luzzatto in dramatischen Versen mit derselbenLeichtigkeit, wie die gefügigsten Stoffe der Poesie — und dieses Allesin der für neue Gedankenformen steifen hebräischen Sprache, in derselbst aufgelegten Fessel eines streng innegehaltenen Versmaßes. SeineDarstellung ist maßvoll: er benutzte auch nicht einen einzigen Bibel-Vers, so nah er ihm auch lag, um neue Gedanken in eine alte Hüllezu kleiden. Luzzatto schuf sich vielmehr eine eigene dichterische Sprachemit bezaubernder Jugendfrische, Schönheit und Wohllaut. Er hatdamit die Anregung für die Folgezeit gegeben. Als die Nebel derVerirrungen wichen, die Verwilderung sich sänftigte und eine bessereZeit anbrach, erglühten dichterische Jünglinge") an den milden undwärmenden Strahlen, die Luzzatto ausströmen ließ. Ein neu-hebrä-ischer Dichter, welcher den Uebergang der alten Zeit in die neue mit
*) ll'IV'i Akt II. : NN8 18 1112 rim: .
') S. Mendel Breslauer, Einleitung zum Drama min:.