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Geschichte der Juden.
nämlich Bassan im Verdacht, daß er die unter seiner Obhut versiegeltenSchriften Lnzzatto's wortbrüchig in Umlauf setzte. Bassan verwahrtesich zwar dagegen, nichts desto weniger wurde die ganze Sammlungdurch einen von Luzzatto's Jüngern ihm.zugeschickt (1736)Z. Mitdem kleine» Couventikel blieb Luzzatto in fortwährender Verbindungund ermuthigte sie, sonder Menschenfurcht, den Weg des Lichtes (oderder Fiusterniß?) zu wandeln.
Neben seiner vielseitigen Beschäftigung mit der Kabbala für seinenGeist und mit Gläserschleifen für seine leibliche Existenz, lieferte Luzzatto(1743) der neuhebräischen Poesie ein Kunstwerk, wie sie kein zweitesaufzuweisen hat, ein in Form, Sprache und Gedanken vollendetesDrama, ein Denkmal seiner reichen Begabung, ihn und die Zunge, inder es gedichtet ist, zu verewigen geeignet. Unter der bescheidenenForm eines Gelegenheitsgedichtes zur Hochzeitsfeier seines JüngersJakob de Chaves mit der edlen Jungfrau Rahel de Vega En-riques veröffentlichte er seine dramatische Schöpfung „Ruhm denTugendhaften" (Oa-.Iosolmrim DslüIIa). Sie unterscheidet sich wesent-lich von seinen frühern Arbeiten. Der Dichter hatte inzwischen Ge-legenheit genug gehabt, angenehme und unangenehme Erfahrungen zusammeln und seine Geistesfähigkeiten zu bereichern. Seine Muse, reifergeworden, hatte einen Blick in das vielfach verschlungene Leben in derWirklichkeit gethan. Luzzatto hatte die große Menge sattsam kennengelernt, wie sie gleich einem Rohr im Wasser schwankend und in denBanden des Betruges gefangen ist, gegen deren Unbelehrbarkeit undSchwächen die Weisheit selbst nichts vermag. Er hatte erfahren,wie die Thorheit, mit Unwissenheit gepaart, sich über die Söhnedes Geistes lustig macht und über deren Beschäftigung lacht; daßsie die Sternenbahnen messen, das Pflanzenlebeu beobachten, GottesWunderwerke austaunen und den Mammon hintenansetzen — eine be-jammernswerthe Thätigkeit! Die Oberflächlichkeit sieht in allenEreignissen des Lebens und der Natur, wie erschütternd sie auch auf-treteu, nur das Spiel des Zufalls oder starrer Gesetze einer herzlosenNothwendigkeit. Luzzatto hatte es selbst erkannt, daß List und Hoch-mut!) in engster Verbindung dem Verdienste seine Krone raubenund sie sich selbst aufsetzen. Nichts desto weniger lebte er der Uebcr-
ä. ck. 5t. Marcheschwan — 1735 (Lsrsni Obsrasä III, x>. 156—159) vor
den ck. ä. 8t. Kislew — 1734 (bei Emden p. 50 — 52). Der letztere ist
noch während Luzzatto's Anwesenheit in Italien erlassen, der crstere dagegenist erst nach seiner Abreise (etwa 8t Kislew 1731), fast ein Jahr spätererlassen.Er enthält die früher gegen ihn erlassenen Bannsprllche vieler Rabbinen.
') Das. S. 123, 165, Note 117. fBgl. Kaufmann a. a. O. S. 258 ff.)