Luzzatto in Amsterdam.
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Rabbiner Jakob Kohen Popers von seiner Anwesenheit Knndeerhielt, setzte er ihm so viel zu, daß er eidlich versprechen mußte,seine kabbalistischen Wahngcbilde nicht mehr zu hegen, Nichts zuschreiben und Niemanden im Sohar zu unterrichten (11. Januar 1735).Eine Freiheit behielt sich iudeß Luzzatto vor: daß er im heiligen Landeim Alter von 40 Jahren seinen Lieblingsstudien nachhängen dürfe.Viele Rabbinen Deutschlands, Polens, Hollands und Dänemarks,denen das Geständniß Luzzatto's bekannt gemacht wurde, traten imVoraus dem Banne bei, so bald er sein Wort brechen sollte. Chages'Name fehlte dabei nicht. Auch befand sich unter ihnen Jakob Asch-kenasi oder Jakob Emden, Sohn des Chacham Zewi, ein Eifererwie sein Vater oder noch mehr als dieser. Er war von Luzzatto's Schuldnicht überzeugt; denn er war selbst ein Kabbalist und schwärmte eben-falls für den Sohar. Aber es schmeichelte ihm, daß auf seine Unter-schrift, obwohl er noch jung war, Gewicht gelegt wurde; so schloß ersich ohne weiteres anZ.
Tief gedemüthigt und um seine Hoffnung betrogen, begab sichLuzzatto nach Amsterdam. Hier lächelte ihm wieder ein Sonnenblick.Die portugiesische Gemeinde nahm ihn freundlich ans, als wollte sieihn gegen die Unbilden von Seiten der Deutschen und Polen ent-schädigen. Sie setzte ihm einen Gehalt aus. Im Hause eines por-tugiesischen Reichen Mose de Chaves fand er gastfreundliche Auf-nahme und unterrichtete dessen Sohn. Um aber unabhängig zu sein,verlegte er sich auf das Schleifen von optischen Gläsern, gleich Spinoza,um seine Existenz zu sichern. Das führte ihn dahin, auch Physik undMathematik zu treiben. Er fühlte sich so behaglich, daß er nicht nurseine Frau, sondern auch seine Eltern bewog, nach Amsterdam zukommen; auch sie wurden von der portugiesischen Gemeinde mit Zu-vorkommenheit behandelt. Aber diese günstige Wendung seines Ge-schickes ermuthigte ihn wieder, seine Phantasterei fortzusetzen. SeineJünger in Padua ermahnte er wiederholentlich, ihren kabbalistischenStudien treu zu bleiben und das Zimmer im Hause seines Vaterswie bisher dazu zu benutzen. Sein greiser Lehrer wußte von Luzzatto'sWortbruche, billigte ihn stillschweigend und blieb in lebhaftem Brief-wechsel mit ihm. Darauf ließ das Rabbinat von Venedig, welchesKunde von diesem Treiben hatte, einen Bannspruch in den Syna-gogen und im Ghetto bekannt machen gegen alle Diejenigen, welcheim Besitze von Luzzatto's Schriften kabbalistischen Inhalts oderPsalmen waren und sie nicht dem Rabbinate auslieferten^). Es hatte
Das. x>. 55 b.
2) Almanzi setzte irrthümlich den Bannspruch des Venetianer-Rabbinats