Luzzatto.
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anzugeben wisse, und endlich, wie er auf wunderbare Weise einenneuen Sohar verfaßt habe, wovon er Heschel geheimnißvoll eineProbe einschickte. Jekutiel war indes; vorsichtig zu bemerken, daßLuzzatto nicht mit den Schwindlern Chajon, Löbele Prosnitz, MoseMelr und andern auf eine Stufe gestellt werden dürfte; er habe sichentschieden gegen Sabbatai Zewi und dessen Anhänger ausgesprochen.Diese Sendschreiben wurden verbreitet und kamen Mose Chages inAltona zu Händen. Er, welcher so eifrig gegen Chajon und dieübrigen sabbatianischen Schwärmer gekämpft und das letzte Wortgegen sie behalten hatte, galt gewissermaßen als der officielle Eiferer,dessen Stimme in Glaubenssacheu Entscheidung hatte. Der Rabbinerder Drei-Gemeinden (Altona, Hamburg, Wandsbeck), derselbe, welcherauch Mose Meir Kameuker und seine Genossen in den Bann gethanhatte (o. S. 329), Ezechiel Katzenellenbogeu war ihm, der still-schweigend noch immer als Jerusalemer Sendbote galt, sehr gefügig.Chages richtete daher (November 1729) an die Venetianer Gemeindedie Aufforderung, die neuerstandene Ketzerbrut, ehe ihr Gift sichweiter verbreitete, thatkräftig zu unterdrücken.
Das Venetianer Rabbiuat war aber nicht sobald bereit, Luzzattozu verketzern, verfuhr vielmehr sehr schonend gegen ihn, gewiß ausRücksicht auf seine Jugend und Begabtheit und die Wohlhabenheitseiner Familie; es forderte ihn nur einfach auf, sich zu rechtfertigen(1. Dec.). Der noch ungebeugte Phantast bäumte sich sörmlich aufbei dieser Zumuthung und gab Chages zu verstehen, daß er dessenAutorität nicht anerkenne, wies den Verdacht sabbatianischer Irrlehrevon sich und blieb im Uebrigen dabei stehen, daß er vom Himmeltiefer Offenbarungen gewürdigt werde. Er berief sich auf seinenLehrer Bassan, der ihm das Zeugniß unverdächtiger Rechtgläubigkeitnimmer versagen werde. Darin hakte Luzzatto vollkommen Recht.Bassan war in seinen Jünger so sehr vernarrt, daß er auch dessenanstößigste Vergehen beschönigt haben würde, und daher dessenSchwärmerei eher begünstigte, als hemmte. Auch der greise HohlkopfBenjamin Kohen von Reggio, derselbe, welcher Nathan Ghazati'sund Mardocha'l von Eisenstadt's Schwindeleien Gehör gegeben hatte,förderte Luzzatto's Wahn. Was soll man von einem ergrauten Rab-binen denken, der den Jüngling Luzzatto ernstlich anging, seinen Schutz-geist zu befragen, an welcher Krankheit er litt? Von dieser Seitewurde Luzzatto nur noch mehr in seiner Phantasterei bestärkt. Ver-gebens bedrohten Chages und Katzenellenbogen ihn und die PaduanerGemeinde mit dem schwersten Banne, wenn er seine Geisterseherei undsein mystisches Treiben nicht einstellen würde. Luzzatto blieb dabei: