Luzzatto's Schwärmerei.
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instrnment. Ein Druck auf die Tasten setzt einen Theil oder dasGanze in Schwingungen und erzeugt eine harmonische oder dis-
harmonische Klangweise. Eine That oder auch nur ein Gedanke desMenschen setze die höhere Welt in Bewegung, errege Gottes Vor-sehung und erzeuge Segenspende von oben oder hemme sie. Die
Gebote und Verbote des jüdischen Gesetzes seien die wirksamsten
Mittel, die Gottheit zum Ausströmen ihres Lichtes zu bewegen und
die Israeliten empfänglich dafür zu machen. Die Einsicht in Bau,Gliederung und Zusammenhang der höheren und niederen Welt ge-währe lediglich die Kabbala; die heilige Schrift in ihrem einfachenWortsinn, die trockenen Vorschriften der schriftlichen und mündlichenLehre gäben nicht den rechten Begriff von Gott, seinem Schöpfungs-akte, seiner Vorsehung und seinem Willen. Die höchste Erkenntnißfür diese dem Menschen so nothwendige Wahrheit gewähre nur dieKabbala; der Sohar sei der wichtigste Theil der heiligen Schriften.Nur wer diese Erkenntniß habe, vermöge das ganze Weltall in Be-wegung zu setzen, Vergangenes und Zukünftiges zu begreifen undauch einzusehen, warum die Welt scheinbar so voll Verkehrtheit sei,und warum das israelitische Volk in der Gegenwart eine so niedrigeStellung einnehme Z. Es schmeichelte dem kaum zwanzigjährigenJüngling, diese Einsicht in den Zusammenklang der höheren undniederen Welt erlangt zu haben, sie in der mystischen Soharspracheauseinander setzen zu können und solchergestalt ein wichtiges Gliedin der Reihe der Geschöpfe zu sein. Bon diesem Hauptgedanken derKabbala fest überzeugt, nahm er alle ihre Auswüchse, die Seelen-wandernng, die Buchstabenversetzung und Geisterbeschwörung mit in denKauf. Ganze Papierstöße schrieb er mit kabbalistischen Träumereienvoll, arbeitete einen zweiten Sohar (8otmr Dinjuou) aus, mit dendazu gehörigen Einleitungen (Dikkunim) und Anhängseln. Je leichterihm dieses von statten ging, desto mehr gerieth er in den Wahn, daßauch er von einem höheren Geiste getrieben, daß er ein zweiter, wonicht gar vollendeterer R. Simon b. Jochai sei. Auch um ihn schaartensich höhere Wesen, Patriarchen und Heilige, um seinen Worten zulauschen. Auch er kam sich als der treue Hirte (Rauja Llobswou) vor.Allmählich beschlich ihn in seiner Einsamkeit die eitle Regung, daß erder vorausbestimmte Messias sei, berufen, vermittelst des zweitenSohar Israel, die Seelen und die ganze Welt zu erlösen^).
ff Diese Auseinandersetzung findet sich in Luzzatto's ipm, ferner inoorn 'NNL gedruckt Korzec 1785, und in o'ip'-n -U 2 N», zum Theil auch in irunrnllrn.n, erste Edition Amsterdam 1783.
Almanzi hat das Factum unwiderleglich bewiesen, daß Luzzatto sich alsGraetz, Geschichte der Juden. X. 22