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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Chajon.

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Pinto seine Verbannung bei dem Magistrat durchgesetzt hatte, oderdaß Chacham Zewi, um einer skandalösen Ausweisung zuvorzukommen,sich selbst verbannte (Ans. 17 l 4). Ee begab sich zuerst nach London,dann über Breslau nach Polen und wurde überall ehrenvoll empfangenund behandelt.

Indessen konnten seine Gegner, Chajon, Ayllon und de Pinto ihresSieges nicht froh werden. Der geringfügig scheinende Streit hatteeine große Ausdehnung genommen. Fast sämmtliche deutsche, italienische,polnische und auch einige afrikanische Gemeinden mit ihren Rabbinennahmen für den verfolgten Chacham Zewi Partei und schleudertenBannstrahlen gegen den gewissenlosen Ketzer. Alle diese Bannbullenwurden nach und nach veröffentlicht und verbreitet. Für Chajon undseine Gönner erklärte sich nur ein einziger deutscher Rabbiner, Löbb. Simon Frankfurter in Mainz, ein närrischer Mensch, der sichruhmredig anheischig machte, mit dem Gewichte seiner Autorität diedeutsche Judenheit günstig für ihn zu stimmen. Nicht sehr würdigbenahm sich bei dieser Gelegenheit David Oppenheim. Er strafteallerdings Chajon Lügen, als ob er dessen ketzerische Schrift gebilligthätte; aber aus Familienrücksichten tadelte er auch Chacham Zewi,was die Chajonisten in Amsterdam gierig ausbcuteten und zu ihrenGunsten übertrieben; er war für sie der Strohhalm, an den sie sichmit ihrer verlorenen Sache anklammerten. Denn es liefen mit derZeit Sendschreiben mit Bannbullen aus dem Morgenland, Smyrna,Constautinopel, Aleppo, gegen Chajon ein, welche seine Verworfenheitschonungslos ausdeckten und den mehrere Jahre vorher über ihn inJerusalem verhängten Bann in frische Erinnerung brachten. SeineEntlarvung durch Zeugen aus den Ländern, wo seine Vergangenheitnur zu gut bekannt war, trug am meisten dazu bei, den betrügerischenPropheten einer neuen Dreieinigkeit vollends zu richten.

Aber die Amsterdamer Portugiesen, wenigstens ihre Führer, ließenihn noch immer nicht fallen, entweder weil sie seinen frechen LügenGlauben schenkten, daß alle diese Verdammuugsnrtheile gegen ihn vonmehr denn hundert Rabbinen nur auf Verleumdung seiner wenigenFeinde beruhten, oder ans Schamgefühl und Rechthaberei, weil siesich einmal mit ihm so eng verbunden hatten. Sie sahen indeß wohlein, daß Chajon etwas unternehmen müsse, um den gegen ihn er-hobenen Sturm zu beschwören. Sie begünstigten daher seine Abreisenach dem Morgenlande und versahen ihn mit Geld und Empfehlungenan einflußreiche Juden und Christen, die ihn unterstützen sollten, denüber ihn in der türkischen Hauptstadt verhängten Bann zu lösen.Die Reise war aber für Chajon dornenvoll; kein Jude ließ ihn in