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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

portugiesischen Vorsteher luden ihn daher nochmals durch einen christ-lichen Anwalt officiell vor (9. Nov. 1713), nnd als er auch daraufnichts gab, legten sie ihn und Mose Chages förmlich in den Bann(Ans. Dec.), d. h. sie verboten den Gemeiudegliedern auf's strengste,mit ihnen zu verkehren, sie in Schutz zu nehmen oder für sic beiden städtischen Behörden ein günstiges Wort einzulegen.

Als wenn Vorstand und Rabbinat von Chajon's niedriger Ge-sinnung angesteckt worden wären, begingen sie Gemeinheit über Ge-meinheit. In einer Rechtfertigung ihres Schrittes vor der Oeffent-lichkeit verdrehten sie den Sachverhalt und bedienten sich geradezuoffenkundiger Lügen. Sie ermunterten Chajon oder ließen es wenigstenszu, daß er seine Gegner mit den gröbsten, empörendsten Schmähungenbegeiferte, nicht bloß Chacham Zewi, Chages und Naphtali Kohen,sondern auch den ehrwürdigen weisen und greisen Rabbiner LeonBrieli. Alle seine Frechheiten unterstützten sie. Ayllon lieferte ihmgeheime Schriftstücke aus, welche mehrere Jahre vorher von Jerusalemund Livorno aus gegen Mose Chages erlassen worden waren*), undderen grundlose Anklagen Ayllon selbst anerkannt und besiegelthatte. Alle diese Schriftstücke wurden zu Chages' Verunglimpfungveröffentlicht. In einer vom Rabbinate und vom Vorstande gut ge-heißenen Schmähschrift Chajon's beschimpfte er Brieli wie einen ge-meinen Buben, rückte ihm vor: daß er dem Unglauben verfallen sei,weil er sich mit Philosophie beschäftigt und das Lügenbuch Soharals böse Quelle aller Wirren bezeichnet habe, daß er keinen Barttrüge, und daß er unverehelicht geblieben sei. Aber dabei blieb esnoch lauge nicht. Der portugiesische Vorstand und das Rabbinatoder richtiger de Pinto und Ayllon; denn ihre College» waren nurzunickeude Figuranten - verfolgten Chajon's Gegner, als wenn ihnenalles Gefühl für Recht abhanden gekommen wäre. Gegen MosesChages hatten sie leichtes Spiel. Er lebte von der Unterstützung derportugiesischen Gemeinde; sie entzogen ihm die Nahrungsquelle, under war gezwungen, mit seiner hilflosen Familie Amsterdam zu ver-lassen und nach Altona zu wandern. Aber auch Chacham Zewi setztensie sehr viel zu, kränkten ihn, belangten ihn bei den Behörden undverhinderten Jedermann, ihm beizustehen. Die Portugiesen, auch die-jenigen, welche das Verfahren tadelnswerth fanden, waren durch denBann gehindert, sich seiner anzunehmen, und auch die deutsche Ge-meinde verließ feigerweise ihren bis dahin verehrten Rabbinen. Sokam es, daß auch er Amsterdam den Rücken kehrte, fei es, daß de

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