Chajon.
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Sabbatianers (Einige meinten des Sabbatal Zewi selbst), empfiehltden „heiligen König" den Messias, die in Fleisch eingegangene Gott-heit ganz allein als Gott Jsrael's der Verehrung und Anbetung(o. S. 209). Dazu lieferte Chajon zwei sophistische Commentare,,worin er in vielfachen Wendungen durchführte, daß der Gott desJudenthums die Dreifaltigkeit sei. Beim Gebete „Höre Israel, der Ewige,unser Gott, Gott ist einig" müsse jeder Jude an diese Dreieinigkeit denken;sonst könne er seine Seligkeit nicht erlangen, selbst wenn er sämmtlichereligiöse und sittliche Pflichten erfüllte. Dieser Glaube allein macheselig. Belegt war diese neue Ketzerei mit Stellen aus dem Sohar undandern kabbalistischen Schriften in empörend sophistischer Deutelei-Schlau wie Chajon war, verwahrte er sich vor einer etwaigen Ent-larvung mit der Bemerkung: Man dürfe auch von verworfenenMenschen solche Lehren annehmen, die sich auf die Theologie, denGottesbegriff, bezögen. — So weit war das Judenthum gesunken,daß eine solche Lästerung unter den Augen und mit Zustimmungeines Rabbiners, des Aaron Benjamin Wolf in Berlin (und Wohlmit dem Gelde der Liebmannschen Partei), gedruckt werden durfte!i Chajon hatte die Frechheit, gefälschte Zeugnisse von Rabbinen Vor-drucken zu lassen, als wenn sie das Buch gelesen und als hochheiligempfohlen hätten. Mit diesem Werke eilte er über Hamburg nachAmsterdam, um in diesem jüdischen Eldorado sein Glück zu machen.Damit begann eine zerrüttende Spaltung in der Judenheit.l Die Gemeinde von Amsterdam war vor den Umtrieben der
Sabbatianer genügend gewarnt worden. Der Jerusalemer RabbinerAbraham Jizchaki (o. S. 311), welcher als Sendbote für Spenden-! sammlung abgeordnet war, benahm sich wie ein päpstlicher Legat,dem die Oberhoheit über alles Religiöse zukäme, und wie ein Groß-inquisitor, um die eingerissene Ketzerei zu vertilgen. In Smyrna gab es> noch in den Händen einzelner geheimer Sabbatianer ketzerische Schriftendes Schwärmers Abraham Michael Cardoso. Auf Jizchaki's Ver-anlassung mußten sie unter Androhung des Bannes und weltlicherschwerer Strafen von den Besitzern ausgeliefert werden und wurdenverbrannt. Die Smyrnaer Gemeinde fühlte sich dadurch wie voneinem Alpdrücke befreit und war dem Anreger dafür dankbar. Jizchakiwar auch nach Amsterdam gekommen und hatte die Rabbinen undVorstände vor sabbatianischen Sendlingen gewarnt und auf denWink des Smyrnaer Rabbinats hingewiesen, daß ein heimlicherSabbatianer unterwegs sei, um Cardoso's Schriften drucken zu lassen.In der That kam ein sabbatianischer Sendling in Amsterdam an undsuchte die Druckerlaubniß nach. Der portugiesische Vorstand übergab ^