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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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David Oppenheim.

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empfahl das Venetianer Rabbinat, entweder weil es gar nicht vordem Drucke Einsicht davon genommen hatte, oder weil es in kabba-listischem Stumpfsinn die Tragweite desselben nicht erkannte. Indessenhielt sich Chajon nicht lange in Venedig auf, sondern begab sich balddarauf nach Prag, anfangs mit dem Vorgeben, nur kurze Zeit weilen zuwollen. Als er aber dort unerwartet viele Gönner und Bewundererfand und sich in diesem Pfuhl wohl fühlte, dehnte er seinen Auf-enthalt ein ganzes Jahr aus (1711 12). In Prag fand Chajoneinen Wunderglauben, wie er ihn für sein Blendwerk nicht günstigerzu wünschen brauchte. Die Führer der Gemeinde, ältere undjüngere Rabbiner und Talmudjünger, Alle waren erfüllt davon.David Oppenheim, Oberrabbiner*) von Prag (geb. 1664 st. 1736)

Die Oppenheimersche Bibliothek ist nicht bloß wegen ihrer Reich-haltigkeit, sondern auch wegen ihrer Entstehung und Schicksale interessant undbildet selbst ein Stück jüdischer Geschichte. Der Grundstock derselben stammtevon seinem Oheim, dem reichen Hofjuden Samuel Oppenheim in Wien,und zwar durch Vermittelung des HeldenPrinz Eugen".Er wußte denHoffaktor für Geldoperationen zur Kriegsführung nicht besser zu stimmen, alswenn er ihm einige der hebräischen Schätze als Prämie in Aussicht stellte"(L. Aug. Frankl, Wiener Epitaphien S. XVI.) Diese seltenen Handschriften hatPrinz Eugen wohl in den türkischen Kriegen erbeutet. David Oppenheim warauf Vergrößerung der ererbten Bibliothek so versessen, daß er ein Verzeichnißder vermißten Schriften anlegte und überallhin Aufträge ertheilte, solche zu be-schaffen. Die auf diese Weise zusammengebrachte Sammlung enthielt ungefähr7000 Bände Druckwerke uns 1000 Handschriften. Wegen der Censur durfte derBesitzer sie nicht in Prag aufstellen. Der Bischof und seine Mochten ließenöfter bei Juden Haussuchung halten und uncensirte, besonders antichristlicheSchriften confisciren. Er stellte sie daher in Hannover unter dem Schutzseines Schwiegervaters Lipmann Kohen auf, welcher Hoffaktor und einfluß-reich war (vergl. über ihn .Zusätze zur hebräischen Nebersstzung von ManasseB. Israels Dspsrsm^s. hn-m'' . fpi imn.-n prpn iwr.--

'H -orii w (p. 97). S. Auerbach, Geschichte der GemeindeHalberstadt, S. 45 (und Kaufmann, Samson Wertheimer, S. 86, rn 1.)) Geschäfteführten D. Oppenheim öfter nach Hannover. Nach seinem Tode fiel die Bibliothekseinem Sohne js. weiter unten den Zusatz am Ende dieser Anm.j Hirschel IsaakOppenheim, Rabbiner von Hildesheim, zu (st. um 1770). Sie wurde dann aneinen Hamburger Senator um 50,000 Mark verpfändet, und von diesem kam siein den Besitz eines Isaak Kohen in Hamburg. Sie sollte, weil der Gläubigerauf Zahlung drang, verauktionirt werden und wurde auf 40,00050,000 Thalerabgeschätzt. Prof. I. Michaelis, um ein Gutachten angegangen, legte esdem Gerichte ans Herz, sie nicht zu parcelliren und ermahnte jüdische Kapita-listen und wissenschaftliebende Fürsten, sie käuflich an sich zu bringen. Wederdas Eine, noch das Andere erfolgte. Daniel Chalfan in Berlin machteden Versuch dazu; Mendelssohn wurde zu Rathe gezogen (1780) und schätztesie auf 50,00060,000 Thaler. 1782 rieth ein Prof, dem Herzog von Mecklen-burg-Schwerin, sie zu kaufen. 1786 feilschte der Herzog von Württemberg umsie und bot 18000 Gulden. Inzwischen brach die französische Revolution aus.