Chajon.
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meinden predigend umher und lehrte offen den sabbatianischenSchwindel. In Constantinopel wurde er jedoch in den Bann gethanund bei seinem zweiten Aufenthalt in dieser Gemeinde vom ChachamBaschi ausgewiesen (um 1709). Er kehrte darauf über Deutschlandnach Polen zurück und streute dort den Samen sabbatianischer Ketzereiaus, die das Judenthum später tief unterwühlen sollte. Er soll inTrunksucht seinen Tod gefunden haben.
In derselben Zeit, als Malach Keimkörner zu einem Auflösungs-prozesse in Polen auswarf, wurde durch zwei versteckte Sabbatianerdie Fackel der Zwietracht in das jüdische Lager geschleudert, durchChajon und Ayllon, von dem einen durch Schwindeleien undvon dem andern durch Eigensinn und Rechthaberei. Sie erzeugteneine nicht sehr erfreuliche Bewegung. Salomon Ayllon (geb. um1664, st. 1728in Safet von spanischer Abkunft geboren, hattedas Gehirn vom Nebel der Kabbala erfüllt. In seiner Jugend warer in den Kreis der Salonicher Sabbatianer gerathen und hatteihren Unfug zum Theil wenigstens mitgemacht (o, S. 305). Späterwar er nach Livorno gekommen und nach dem Tode des würdigenund gebildeten Rabbiners Jakob Abendana an dessen Stelle nachLondon berufen worden (1696 — 1701). Ayllon hatte in LondonGegner, welche, als sie von seiner nicht ganz fleckenlosen Jugend ver-nommen hatten, sich an diesen oder jenen Rabbiuen wandten, umseine Amtsentsetzung zu erwirken. Aber aus Scheu vor einemöffentlichen Aergerniß, daß ein ehemaliger Anhänger der verrufenenSalonicher als Rabbiner fungiren sollte, riethen die Befragten,die häßliche Geschichte der Vergessenheit zu übergeben. Bedeutendwar Ayllon in keinem Fache, nicht einmal in der Talmudknnde, geberdetesich aber gerne als edlen Beschützer dürftiger Rabbinen, die nicht ver-fehlten, dafür seinen Namen hochtönend zu verherrlichen. Von all-zugroßer Gewissenhaftigkeit muß er auch nicht gewesen sein. Als erwegen Uebernahme einer Rabbinerstelle im Amsterdamer Collegiumunterhandelte, und die Londoner Gemeinde ihn nicht verlieren mochte,schwor er einen feierlichen Eid, die ihm angetragene Stelle nicht an-nehmen zu wollen, während er bereits dem Amsterdamer VorständeZusage gemacht hatte und das Amt auch übernahm. Er beschönigtesein Verfahren auf eine gelinde ausgedrückt, sophistisch-jesuitische Weise.Seine JugeMiebe zu den sabbatianischen Verirrungen, die er auchals Rabbiner von Amsterdam nicht ganz aufgegeben zu haben scheint,hat Ayllon dahin gebracht, einem abgefeimten Schwindler die Hand
r) S. Note 6, 13.