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Geschichte der Juden.
. auf der Donau zunächst nach Constantinopel bringen sollten. Indessenbegab sich nur ein kleiner Theil derselben unter Chajjim Malach aufdiesem Wege dahin. Die meisten dagegen unter Juda Chaßid tratenden Weg zu Lande über Venedig nach Jerusalem au; 500 derselbenkamen unterwegs um.
Die Schwärmerei dieser Sekte hatte bald ein Ende. Am erstenTage nach ihrer Ankunft in Jerusalem starb ihr Hauptführer JudaChaßid (Oct. 1700); seine Anhänger wurden rathlos, fanden stattbaldiger Erlösung nur entsetzliches Elend. Ein Theil dieser Chaßidäerging daher wegen der plötzlichen Enttäuschung und Verzweiflung zumIslam über. Die Reste derselben zerstreuten sich überallhin, undviele nahmen die Taufe, darunter Juda Chaßid's Neffe, Wolf Leviaus Lublin, der den Namen Franz Lothar Philippi annahmund Chirurg wurde; ein anderer Neffe Jesaja Chaßid aus Zbarazhat später neue sabbatianische Wirren veranlaßt. Chajjim Malachaber, welcher noch mit dem greisen Samuel Primo, Sabbatai Zewi'sGeheimschreiber und Geheimrath, Bekanntschaft machte, blieb mehrereJahre in Jerusalem und stand einer kleinen sabbatianischen Sektevor. Auch er lehrte das Zwei- oder Dreigötterthum und die Fleisch-werdung Gottes, zollte Sabbatai Zewi göttliche Verehrung und solldessen Abbild, in Holz geschnitzt, in der Synagoge seiner Sekte zurAnbetung herumgetragen haben, das seine Anhänger umtanzt habensollen. Auf die Zertrümmerung des rabbinischen Judenthums oderdes Judenthums überhaupt hat Chajjim Malach entschieden hin-gearbeitet. Unverständlich bleibt es, wie die Jerusalemer Gemeindesein Treiben mehrere Jahre (1701—1705) mit ansah, ohne ihm zusteuern; es müßte denn sein, daß die dortigen Rabbinen ebenfallsdem sabbatianischen Götzendienste huldigten oder ihn ausbeuteten.Nur einige deutsche Juden daselbst richteten schüchtern ein Schreibenan die Vier-Länder-Synode in Polen (April 1705) mit der flehent-lichen Bitte — verkehrt genug — von dort aus Malach's Unfugein Ende zu machen — vielleicht ihm und den Seinigen die Unter-stützungen zu entziehen. Wer weiß, ob dieses Schreiben den polnischenGemeinden zugekommen ist; und wenn es ihnen zugekommen ist, warensie nicht im Stande, etwas zu unternehmen. Polen war damalsdurch den Kriegsgott, in der Gestalt des Schwedenkönigs Karl XII.in ein großes Schlachtfeld verwandelt, und Jedermann dachte nuran sich. Indessen scheint Chajjim Malach doch endlich aus Jerusalemausgewiesen worden zu sein. Er begab sich darauf zu den moham-medanischen Sabbatianern nach Salonichi, den Donmäh, machte ihreausschweifenden Tollheiten mit, zog dann in mehreren türkischen Ge-