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Geschichte der Juden.
sich selbst für den wahren Messias vom Hause David's aus undbehauptete, er sei der auferstandene Sabbatai Zewi. Dieser habe dasErlösungswerk nicht vollbringen können, weil er reich gewesen sei. DerMessias müsse aber arm sein; daher sei er, der Arme und Geplagte,der wahre Erlöser. Alle diese Narrheiten wurden mit gläubiger An-dacht ausgenommen. Italienische Juden luden den ungarischen Messiasförmlich ein, zu ihnen zu kommen, und er folgte diesem Rufe. Dieitalienischen Kabbalisten aus der Schule Zacut's, AbraHam Rovigound Benjamin Kohen, Rabbiner in Reggio, schwärmten für ilm.In Modena und Reggio wurde er mit Enthusiasmus empfangen.Er faselte von seiner Aufgabe, nach Rom zn gehen, um inder sündhaften Stadt messianische Vorbereitungen zu treffen. Erdeutete auch verschmitzt an: er werde sich vielleicht äußerlich in christlicheVermummung kleiden müssen, wie sich Sabbatai Zewi in türkischeKleidung habe hüllen müssen, d. h. er werde sich im Nothfalle zumScheine der Taufe unterwerfen. Die bedächtigen Juden in Italienwurden indeß wegen dieser zugleich das Bekenntniß und die Bekennerdes Judenthums gefährdenden Phantasterei bedenklich; sie hielten ihnfür verrückt, wurden aber von den Gläubigen verhindert, etwas gegenihn zu unternehmen. Indessen scheinen einige Juden sein Treibender römischen Inquisition verrathen zu haben; daher riethen ihm seineitalienischen Anhänger selbst, Italien zu verlassen. So kam er aber-mals nach Böhmen, konnte sich aber auch da nicht halten und wandertenach Polen aus. Hier, wohin nur eine sehr dunkle Kunde vonSabbatai' und den Sabbatianern gedrungen war, fand er, wie esscheint, zahlreiche Anhänger. Man erzählte sich aber, er sei dort demvölligen Wahnsinn verfallen. Dieser Wahnsinn war aber ansteckendin Polen: denn seit dieser Zeit bildete sich dort eine Sekte, welchebis zum Beginn der Mendelssohn'schen Epoche und noch darüber hinausihr heilloses Unwesen immer frecher trieb.
In derselben Zeit brachte derselbe Schwindel in der Türkei neueErscheinungen zu Tage. Sabbatai Zewi hatte eine Wittwe hinterlaffeu,die Tochter eines Talmndkundigen, Namens Joseph Philosophaus Salonichi, welcher ein Parteigänger des Schwindel-ProphetenNathan Ghazati gewesen war*). Diese soll, sei es aus Ehrgeizoder, wie die Gegner sagten, aus Geilheit durch Blendwerk dieSabbatianer zu neuer Raserei aufgestachelt haben. Nach Salonichizurückgekehrt, soll sie ihren Bruder Jakob Querido für ihren eigenen,von Sabbatai Zewi empfangenen Sohn ausgegeben haben. Dieser